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Windows XP – nach Neuinstall bleibt der Ladebalken stehen – Horror!

26.05.09 (PC Probleme)

Es kommt immer wieder vor, dass ich einen Auftrag bekomme, der sich zum totalen Generve entwickelt. Jetzt hatte ich wieder so einen Fall. Ein bereits langjähriger Kunde bat mich um Hilfe, weil sein Rechner mit Windows XP nach einem Kaspersky – Update nicht mehr starten wollte. Eine Wiederherstellung des Systems war nicht möglich, Daten konnten jedoch gesichert werden. Dann ging es an die Neuinstallation…..

Der PC war ca. 2 Jahre alt mit einer sehr einfachen Konfiguration, sprich: 1 S-ATA Festplatte, 1 DVD-Brenner, 4GB RAM, Cardreader. Das Board war das ASUS P5L 1394 mit einem Intel Core2 Prozessor. Normalerweise ist eine Neuinstallation von Windows auf einem derartigen PC reine Routine, ich meine damit, dass es keine großen Stolpersteine gibt, wie z.B. ein RAID-Verbund oder ein exotischer Chipsatz. Die Windows XP Installation mit einer Original-CD mit bereits integriertem Service Pack 3 verlief ohne Probleme, alles wie gewohnt. Dann habe als Erstes mithilfe des Winfuture Update Packs (super Service von Winfuture!) alle fehlenden Updates installiert, danach die Treiber für die einzelnen Geräte, wie immer in der gleichen Reihenfolge, nämlich Chipsatz, Grafik, Audio, AHCI und LAN. So weit war nach den jeweils notwendigen Neustarts noch alles in bester Ordnung. Dann habe ich diverse Software installiert, also Office, Nero, DVD-Player und Kaspersky Internet Security. Nach einem erneuten Neustart, der wieder glatt durchlief, verband ich den Rechner mit dem Internet und startete Windows Update, um die restlichen Updates zu installieren, die in dem Updatepack nicht enthalten waren. Während das Update lief, aktualisierte sich auch Kaspersky und nach Abschluss des Windows Updates wurde ich aufgefordert, den Rechner neu zu starten. Und da fing der echte Horror an. Windows fing an zu starten, der Ladebalken (ich habe kein anderes Wort dafür) tat, was er soll und blieb dann unvermittelt stehen, der Rechner hatte sich sozusagen festgefahren. Das Phänomen ist mir nicht unbekannt, ich hoffte aber, dass es ein einmaliger Fehler war, was ich auch schon erlebt hatte. Aber nein, natürlich hatte ich diesmal nicht dieses Glück, der Rechner startete nur bei jedem zweiten oder dritten Versuch korrekt und lief dann auch unauffällig. Aber so kann man keinen Rechner zum Kunden zurückbringen. Vielleicht halten manche den Begriff „Horror“ für ein wenig übertrieben, ich denke, er ist gerechtfertigt, weil für diesen Fehler praktisch alles als Ursache in Frage kommt. Klar war, dass es was mit den letzten Windows Updates zu tun haben musste. Aber welches Gerät bzw. Treiber schießt da quer? Das Fiese an der Geschichte war, dass man auch mit einer Systemwiederherstellung den Fehler nicht mehr wegbekommen hat. In der Ereignisanzeige war kein Hinweis zu finden, also musste durchgetestet werden. Bei meinem eigenen Hauptrechner kam das auch mal vor, da lag es an dem NVidia Grafiktreiber. Ich hatte schon den aktuellsten Treiber installiert, probierte es mit einer älteren Version, aber ohne Erfolg. Der nächste Testkandidat war die Festplatte, also habe ich mit der entsprechenden Software die Festplatte getestet. Ergebnis: 100% in Ordnung. Dann wurde Checkdisk gestartet, es wurden auch Fehler behoben, leider war das aber auch nicht die Lösung. Als Nächstes kam der Arbeitsspeicher ran, mit Memtest86 gecheckt (über 4 Stunden) > kein einziger Fehler. Zur Sicherheit habe ich einen anderen Arbeitsspeicher eingebaut (fabrikneu), der Fehler blieb. Die nächste Maßnahme war der Anschluss eines ladenneuen Netzteils, keine Änderung. So langsam verlor ich die Lust, tauschte aber dennoch auch noch die Grafikkarte aus, brachte aber auch nichts. Jetzt blieb als Fehlerursache nur das Motherboard selbst bzw. eine defekte Komponente auf dem Board in Frage. Unglücklicherweise las ich in einem amerikanischen Forum von einem User, der das gleiche Problem hatte. Er berichtete, dass bei ihm ein fehlerhafter S-ATA-Treiber die Ursache war. Okay, ich dachte mir, ein Versuch ist es wert, formatierte die Platte neu und installierte XP erneut. Diesmal nahm ich die aktuellen Boardtreiber direkt von der Intelseite, nicht von Asus. Nach den letzten Windows Updates wieder das Gleiche, ich wollte es gar nicht glauben, zumal der Rechner vorher während der Installation keinerlei Auffälligkeiten zeigte, die auf einen Defekt hinweisen könnten. Ich hätte jetzt einzelne Gerät deaktivieren können und schauen, was passiert. Aber dazu hatte ich einfach wirklich keine Lust mehr, musste das Problem aber auch lösen. Ich brachte den PC zu dem Computerladen, mit dem ich zusammen arbeite und bat die Jungs, sich den Rechner mal anzuschauen. Am nächsten Tag rief ich an und bekam schon am Telefon mit, dass die mittlerweile auch ganz schön genervt waren. Sie hatten den Fehler noch nicht gefunden. am übernächsten Tag dann der erlösende Anruf, der Fehler ist gefunden! Der Verursacher war die auf dem Board verbaute Attansic L1 Gigabit LAN Netzwerkkarte bzw. deren Treiber, der mit einem der Windows Updates nicht klar kam. Es gibt keinen anderen Treiber für die Karte, also war das Einfachste, eine PCI-Netzwerkkarte einzubauen und die Karte auf dem Board via Bios zu deaktivieren. So, ich nahm den PC also wieder mit, installierte nochmals neu (die Jungs hatten alles gelöscht und nur eine XP Testinstallation gemacht) und siehe da, er läuft perfekt. Ich habe dem Kunden nicht die gesamte Zeit berechnet, die ich benötigt habe, kann man auch nicht machen. Aber ich erklärte ihm, dass der Aufwand durch den Fehler schon höher ist, als es normalerweise bei einer Neuinstallation der Fall ist. So kam ich noch ganz gut aus der Geschichte raus, ich weiß aber, der nächste Nerv-Rechner kommt bestimmt!

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