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Windows Vista, ein großes Missverständnis

10.05.10 (PC Probleme)

Keine Frage, ich bin Windows-Fan. Ich biete meine IT-Dienstleistungen auch nur für Windows-PC’s an, da kenne ich mich am besten aus. Klar, ich habe mich mit Linux und MacOS (Apple) beschäftigt und mache das auch weiterhin, aber meine Kenntnisse reichen hier nicht für ein seriöses Dienstleistungsangebot aus. Also Windows, und das seit der Version Windows 3.0 das 1990 eingeführt wurde, hier eine Übersicht über alle Versionen. Im Januar 2007 kam Windows Vista für Privatanwender auf dem Markt.

Ich hatte mir wie viele andere bereits in 2006 einige Vorabversionen (sog. Builds) probeweise auf einem Testrechner installiert und war damals schon eher skeptisch. Auch wenn man berücksichtigte, dass diese Vorabversionen nie wirklich mit der endgültigen Verkaufsfassung zu vergleichen waren. Als es erschien, musste ich mir es notgedrungen aus beruflichen Gründen kaufen, natürlich gleich die Ultimate Version. Da ich mein XP nicht gleich verwerfen wollte, installierte ich Vista in einer DUAL-Boot Umgebung auf unserem Familienrechner, wenn da was passiert, ist es nicht weiter schlimm, ausser ein paar verlorene Spielstände. Vista und XP funktionieren bis heute prima, ich bin aber bis jetzt nicht zu Vista gewechselt, sprich, ich habe es mir natürlich ausführlich angesehen und halte mich auf den aktuellen Stand. Mein Notebook aber, das mein Hauptarbeitsgerät ist, läuft mit XP und oft werde ich in meiner Entscheidung bestätigt, wenn ich von genervten Kunden angerufen werde, die sich über „ihr“ Vista aufregen. Jetzt aber kommt meine geballte Kritik an Vista, wirklich aus der Sicht eines Dienstleisters, der den direkten Kontakt sowohl zu Privat als auch Geschäftskunden hat.

Vista benötigt zum wirklich geschmeidigen Arbeiten einfach zu viel Hardware-Ressourcen. Der große Fehler war meiner Ansicht bei der Einführung des Betriebssystems, dass zu viele zu schwache PC’s mit vorinstalliertem Vista auf den Markt kamen. Mir kommen heute noch PC’s unter die Finger, kaum 1 Jahr alt, mit Vista und nur 1GB Ram, was definitiv zu wenig ist. In diesem Zusammenhang sei die Version Vista Home Basic erwähnt, die der absolute Hammer ist. Die ist entstanden, weil Microsoft damals dem Kooperationspartner Intel einen Gefallen tun wollte, leider ging das richtig nach hinten los. Ich kenne die Home Basic von einem Kundenrechner, einfach gesagt ist das gefühlsmäßig eigentlich kein richtiges Betriebssystem, eher eine Demo, was alles möglich wäre, wenn es freigeschaltet wäre und die Hardware genug Leistung hätte.

Vista ist für Notebooks ungeeignet, diese Aussage kann ich nur unterschreiben. 80% der Vista-Notebooks, die mir zur „Wiedererwecken“ übergeben wurden, liefen teils unterirdisch, sogar nach einer kompletten Windows Neuinstallation und diverser Einstellungen, die das System beschleunigen. Langsam, hakelig, man kann es am besten mit nervig beschreiben, letztendlich inakzeptabel.

Software und Gerätetreiber sind bis heute, 2 Jahre nach Einführung des Systems, noch immer nicht vollständig auf Vista umgestellt worden. Ich erlebe es immer wieder, dass es bei Treiberinstallationen von Peripheriegeräten wie Drucker, Scanner, HSDPA-Modems u.ä., zu Problemen kommt, eindeutig häufiger als bei XP. Nicht viel besser sieht es bei Software aus, die eher einen Nischenmarkt bedient. Dabei handelt es sich u.a. um Audiosoftware, spezielle Videobearbeitung, Branchensoftware u.ä.. Selten funktionieren die Programme wirklich in vollem Umfang, manchmal sind sie gar nicht lauffähig. Und das, obwohl sie für Vista freigegeben bzw. geschrieben wurde. Hier hat die Softwareindustrie einschließlich Microsoft versagt. Einige Stichworte sind NVidia-Treiber für Vista im ersten Jahr nach Erscheinen oder auch Creative Soundblaster Treiber, die es entweder nicht gab oder schreckliche Fehler hatten.

Bei keinem meiner Firmenkunden steht ein PC mit Vista. Bei neu angeschafften Notebooks mit vorinstalliertem Vista wurde ich schon mehrmals beauftragt, darauf XP zu installieren. Genauso, wie bei vielen Privatkunden, vor allem aus den oben angegebenen Gründen. Und wirklich immer liefen die Rechner (es waren auch einige schwache Desktop PC’s dabei) in allen Belangen wesentlich schneller als mit Vista. Jedenfalls wollte keiner der Kunden, denen ich XP auf dem Rechner installiert hatte, wieder zu Vista zurück.

Indirekt gibt auch Microsoft zu, dass Vista kein so großer Wurf war. Ein Indiz dafür ist, dass Microsoft Herstellern erlaubt, Rechner auch mit vorinstalliertem XP auszuliefern bzw. einem Vista-PC eine XP-Lizenz mitgegeben wird. Ein anderes ist, dass Microsoft den Support für XP (also Updates und Service) bis 2014 verlängert hat. Microsoft möchte an dem lukrativen Netbookmarkt teilhaben möchte und das ist mit Vista unmöglich (Vista läuft auf keinem Netbook vernünftig). Aber es wurde auch deshalb verlängert, weil die Kunden es massiv nachgefragt haben.

Unter den IT-Leuten, mit denen ich Kontakt habe, herrscht die Meinung vor, dass Windows Vista zu schnell auf den Markt geworfen wurde und Microsoft zu wenig auf die Bedürfnisse der Anwender eingegangen ist.

Und jetzt also Windows 7. Ich habe mir bis jetzt noch keine Version angesehen, aber was man so hört, soll es ja wirklich eine große Verbesserung gegenüber Vista haben, nämlich die geringeren Hardware-Voraussetzungen. Allerdings baut Windows 7 natürlich auf Vista auf, ich bleibe bei allen Versprechen und Vorschusslorbeeren skeptisch, was wurde uns alles bei der Einführung von Vista versprochen!

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