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Windows 7 – mein erster Eindruck ist sehr positiv

21.05.09 (PC Probleme)

Nachdem ich es mir schon lange vorgenommen hatte, fand ich heute am Herrentag endlich Zeit, testweise Windows 7 zu installieren. Von Vista bin ich bis heute nicht überzeugt und benutze immer noch XP. Da ich aber auf dem Laufenden als IT-Dienstleister sein sollte, musste ich mir jetzt mal Windows 7 anschauen.

Ich hatte mir schon vor 2 Wochen die *.iso Datei mit der RC 32-bit-Version runtergeladen und gebrannt. Den Key hatte ich ebenfalls, die Version ist ein Jahr nutzbar. Ich hatte keine geeigneten Testrechner zur Verfügung, also habe ich bei meinem Desktop PC die vorhandenen Platten abgehängt und eine 80GB S-ATA-Platte, die ich ohnehin nicht benutzte, angeschlossen. Sicher ist sicher, zumal Microsoft extra darauf hinweist, diese Version nicht als Arbeitssystem zu verwenden, da es noch zu Instabilitäten kommen kann.

Kurz die Daten des PC’s:
Prozessor: Intel(R) Core 2(TM) 6400@2,13Ghz
Arbeitsspeicher: 4GB Ram (unter Windows 7, wie bei Vista und XP in den 32bit-Versionen nur 3,25GB nutzbar)
Festplatte: 80GB S-ATA
Grafikkarte: NVidia Geforce 9800GTX+
Soundkarte: Creative Soundblaster Live! (mit der Karte hatte Vista Probleme, mit Windows 7 keine Probleme)
Auf dem PC läuft normalerweise entweder Vista oder XP.

Das DVD/CD Laufwerk musste noch im Bios als erstes Bootlaufwerk eingestellt werden, dann den Rechner mit eingelegter CD gestartet. wie bei Windows-Installationen üblich, kommt der Text: Eine beliebige Taste drücken, wenn Sie von DC/DVD starten möchten. Dann eine erste kleine zumindest optische Enttäuschung. Das ganze Erscheinungsbild des Setups ist im Wesentlichen das Gleiche wie bei Vista. Bis es dann mit dem Kopieren der Dateien losging, dauerte es ein Weilchen, aber dann ging es flott vorwärts. Beim ersten Start ist die Prozedur weniger aufwändig als bei Vista, es dauert nicht ewig, „bis der Computer eingerichtet“ ist. Dann kommt noch das Übliche mit Benutzernamen, Passwort usw. Das erste Positive ist die Geschwindigkeit, gefühlt wesentlich besser als Vista, aber auch besser als XP, jedenfalls auf meinem System. Das kann ich allerdings nach ein paar Stunden testen noch nicht abschließend beurteilen, so habe ich z. B. noch kein Spiel installiert. Weiter ist sehr angenehm, dass Windows 7 viele eigene Treiber mitbringt, was die Geräte erstmal funktionieren lässt. Es funktionierte wirklich alles, die Soundkarte wurde zwar als nicht installiert angezeigt, Sound geht trotzdem. Langfristig sollte man allerdings besser auf aktuelle Originaltreiber vom Hersteller updaten. Ich fand, der größte Unterschied zu Vista bestand darin, dass Windows 7 von Anfang an nicht genervt hat, so wie bei Vista. Es läuft alles längst nicht mehr so hakelig, wie ich es bei Vista empfand. Die Benutzerkontensteuerung ist schon in der Standardeinstellung sehr zurückhaltend mit Nachfragen, man kann das auch mittels eines Schiebereglers einstellen. Beeindruckend ist die sehr einfache Netzwerkerkennung und -einrichtung, noch besser als bei Vista. Mein All-in-One Drucker von Epson, angeschlossen über die Fritzbox als Netzwerkdrucker wurde sofort „gesehen“ und nach Doppelklick automatisch installiert. Ohne Software von Epson konnte ich sofort drucken, scannen (mit Windows 7 eigenen Programm) und theoretisch auch faxen, habe ich nur noch nicht ausprobiert. Auch die anderen Rechner (alle XP) im Netz wurden sofort gesehen und nachdem ich die Kennwortoption bei Windows 7 ausgeschaltet habe, konnten auch alle anderen Rechner auf die freigegebenen Ordner des Windows 7 PC’s zugreifen. Das Kopieren von großen Datenmengen sowohl im Netzwerk als auch lokal war bei Vista auf vielen Systemen quälend langsam, auch hier ist eine wesentliche Verbesserung bei Windows 7 festzustellen. Was mir nicht so gefällt, ist die neue Taskleiste. Sie ist höher, nimmt also mehr Bildschirmraum ein und meine geliebte Schnellstartleiste unten links wurde, wie ich finde, zu ihrem Nachteil verändert. Man kann weiterhin von dieser Leiste Programme starten, nehmen wir als Beispiel den Windows Explorer. Wenn der Windows Explorer gestartet wurde und man klickt wieder auf das entsprechende Symbol in der Taskleiste geht nicht wie bisher ein weitere Instanz (Fenster) des Windows Explorers auf, sondern es wird zu dem bereits geöffneten gewechselt. Möchte man ein zweites Fenster, muss man andere Wege gehen, so z. B. Tastenkombination Windowstaste+E oder rechte Maustaste auf Start>Explorer. Das ist bei allen Programmen, die man von der Schnellstartleiste starten kann. Empfinde ich als klare Verschlechterung. Die Symbole rechts unten in der Taskleiste sind meiner Ansicht nach auch schlechter geworden, z.B. das Netzwerksymbol, das ein ganz neues Design hat. Es nervt mich schon bei Vista, dass man so wie bei XP nicht erkennen kann, ob Datenverkehr besteht. Aber immerhin wird einem bei Vista durch die kleine Erdkugel (ich interpretiere das jedenfalls so) angezeigt, dass man im Internet ist. Bei Windows 7 sieht man auch keinen Datenverkehr und erst, wenn man mit der Maus drüber fährt, bekommt man wenigstens den Hinweis, das der Rechner im Internet ist. Gut finde ich wiederum die Schaltfläche in der Ecke rechts, beim Draufklicken kommt man auf den Desktop, früher war das Symbol in der Schnellstartleiste.

taskleiste-rechts

Auf dem Bild kann man gut erkennen, dass die Taskleiste eine Zeile höher geworden ist.

Es kamen natürlich diverse Warnmeldungen, sobald ich online war, wie der Hinweis auf Windows Update, was fehlerlos klappte. Aber auch die Meldung, dass kein Antivirenproramm installiert ist mit einem Link zu Vorschlägen von Microsoft, hier die Webseite:

w7antivirus

Auffällig ist, dass bei den Vorschlägen renommierte Hersteller wie Avira, GData oder auch Eset fehlen. Könnte sein, dass diese Hersteller noch keine Versionen für Windows 7 anbieten. Ich habe auf meinem Testsystem eine ältere Probeversion von Eset Smart Security installiert, Windows 7 meckert zwar über Kompatibilitätsprobleme, die Software läuft aber korrekt. Beim Surfen im Internet hatte ich auch den Eindruck, dass es schneller geht. Ich habe die Geschwindigkeit unter verschiedenen Szenarien gemessen und siehe da, unsere 16 Mbit/s von der Telekom werden wesentlich besser ausgenutzt. Das ist alles zugegebenen ziemlich subjektiv und kein Mensch kann sagen, ob das bei allen Systemen so sein wird. Aber ich stelle auch hier eine wesentliche Verbesserung gegenüber den Vorgängerversionen Vista und XP fest.
Ich möchte hier nur einen ersten Eindruck vermitteln und der ist für mich überraschend sehr gut. Vielleicht hatte ich auch nur Glück mit meiner Hardware, werde das auf anderen Rechnern weiter testen. Ich kann natürlich auch längst nicht alle Funktionen beschreiben, dazu kenne ich das System zu wenig. Aber der erste Eindruck ist oft der Entscheidende und der war bei Vista wesentlich schlechter. Ich kann mich hoffentlich auf ein neues besseres Betriebssystem freuen, was mein XP, nachdem ich Vista zum täglichen Arbeiten ausgelassen habe, ablöst. Dennoch werde ich mir Windows 7 nicht vor 2010 kaufen, erfahrungsgemäß sollte man nicht gleich die erste fertige Windows-Version verwenden sondern das erste Service Pack abwarten.

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