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Wieder mal die SZ – was es bei einem Beitritt der Türkei zu gewinnen gäbe

29.03.10 (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft)

Die Kanzlerin reist nach 4 Jahren wieder in die Türkei. Natürlich wird ein Thema der EU-Beitritt der Türkei sein. Kai Strittmatter, Türkei-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung (SZ) hat sich darüber auch Gedanken gemacht und findet, es sei „Zeit, daran zu erinnern, wie viel es bei einem EU-Beitritt des Landes zu gewinnen gäbe“. Dem kann ich mich nicht anschließen.

Er stellt in seinem Artikel richtigerweise für die Ablehnung des Beitritts der Türkei in die EU drei Hauptargumente fest: Zu arm, zu groß, zu muslimisch und versucht, jeden einzelnen Punkt ins Positive umzukehren.

Die Türkei sei derzeit noch unter dem Lebensstandard der EU-Länder, habe aber ein stetiges Wachstum und gute Perspektiven. Mag sein, will ich nicht widersprechen. Ob die Statistiken allerdings alle so korrekt sind, darf nach dem Griechenland-Desaster zumindest angezweifelt werden.

Die Türkei ist groß und liegt in strategisch wichtiger Lage. Laut Strittmatter ist die Türkei die kommende Regionalmacht. Mit Nachbarschaft zum Irak, Iran, Georgien, Syrien, Armenien, Aserbaidschan, Griechenland und Bulgarien ist die Türkei tatsächlich dafür geeignet, nur kann und will sie das auch?

Zu muslimisch? Die Bevölkerung der Türkei ist zu 99% muslimisch. Die jetzige EU ist mit großer Mehrheit christlich-westlich geprägt. Herr Strittmatter sieht hier die große Chance, dass sich die EU mit einem Beitritt der Türkei verändern wird. Ich sehe hier überwiegend massive Schwierigkeiten. Ehrlich gesagt, ich empfinde es nicht als Bereicherung, wenn in Europa und Deutschland immer mehr der Islam an Einfluss gewinnt. Das begreife ich nicht als Chance, eher als Bedrohung.

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Kommen wir zu dem Gesprächspartner von Frau Merkel, Ministerpräsident Erdogan. Der Mann leistet sich allerlei Unverschämtheiten, anders kann man es nicht sagen. Am 10.2.2008 trat Erdogan während seines Deutschland-Besuchs im Kölner Fußballstadion vor 16.000 Türken und türkisch-stämmigen Deutschen auf und rief ihnen zu: Assimilierung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und wurde dafür bejubelt. EIn Schlag ins Gesicht eines jeden Gutmenschen, der den Traum einer gelungenen Integration von Türken träumt. Beim Umgang mit der Geschichte seines Landes wendet Erdogan ein einfaches Rezept an, er leugnet einfach den Völkermord an den Armeniern von 1915 bis 1917. Anstatt Größe zu zeigen und den Armeniern zuzugestehen, dass damals ein großes Verbrechen an ihnen verübt wurde, eiert die türkische Regierung herum und hält so das Thema andauernd am Köcheln. Ein souveräner Umgang mit der Geschichte sieht anders aus. Erdogan befeuert die Diskussion zusätzlich, wenn er sagt, „In meinem Land gibt es 170.000 Armenier. Davon sind 70.000 unsere Staatsbürger, aber wir tolerieren die anderen 100.000. Falls nötig, muss ich denen sagen, sie sollen in ihr Land zurückgehen. Ich muss sie nicht da behalten.“

Als in China muslimischen Uiguren bei Unruhen zu Tode kamen, machte sich Erdogan mit einer Bemerkung gegenüber Reportern vollends lächerlich. Er entblödete sich tatsächlich nicht, zu den Unruhen Folgendes zu sagen: „die Zwischenfälle in China sind, einfach gesagt, Völkermord“. China hat mit Recht protestiert, auch wenn das Land wenig bis nichts mit unserer Auffassung von Demokratie und Menschenrechten zu tun hat, solche Aussagen disqualifizieren einen Politiker. Aber Erdogan hat noch mehr auf der Propaganda-Pfanne. Anlässlich des Besuchs von Kanzlerin Merkel fordert er in einem Zeit-Interview türkische Gymnasien in Deutschland. Herr Erdogan erklärt uns, warum die Türken in Deutschland Sprachprobleme haben: „Die erste Generation der Gastarbeiter kam vorwiegend aus Dörfern, deren Bewohner kaum die Schule besucht hatten und ausschließlich mit der Kraft ihrer Hände arbeiten konnten. Sie hatten keine Bildung und dementsprechend große Probleme, die deutsche Sprache zu lernen. Die zweite Generation hat auch große Bildungsprobleme, ist aber schon weiter als die Eltern. Ich denke, dass von der dritten Generation an diese Probleme überwunden sein werden. Immer wieder sage ich den Türken in Deutschland, wie wichtig es ist, dass sie die deutsche Sprache beherrschen, um voranzukommen“. Das hört sich ja vernünftig an, allerdings gibt es keinerlei Anzeichen, dass die dritte Generation wesentlich besser sprachlich integriert ist. Auf die Frage: „Nicht alle hören hin. Auch die dritte Generation hat große Sprachprobleme. Warum?“ kommt die schlichte wie absolute unsinnige Antwort: „Hier hat Deutschland noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt. Man muss zunächst die eigene Sprache beherrschen, also Türkisch, und das ist leider selten der Fall“, „In der Türkei haben wir deutsche Gymnasien. Warum sollte es keine türkischen Gymnasien in Deutschland geben?“ Was hier erzählt wird, ist einfach kompletter Nonsens. Die Kinder sollen erst türkisch lernen? Das ist doch realititätsfern. In der Türkei gibt es eine einzige öffentliche deutsche Schule, alle anderen sind Privatschulen, die einer überwältigenden Mehrheit der Kinder verschlossen bleiben. Das ist Äpfel mit Birnen vergleichen.

Es gibt sicherlich auch in der Türkei Unverständnis für Erdogan’s Äußerungen, aber eine große Mehrheit scheint dem zuzustimmen, sonst gäbe es mehr Widerspruch. Ich bin klar gegen einen Beitritt der Türkei in die EU und die Herumeierei der EU und von Frau Merkel geht mir auf die Nerven. man soll es auch klar aussprechen, wenn man der Meinung ist, es könne nicht funktionieren.

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