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Watch your web – eine Kampagne der Bundesregierung

10.06.09 (Internet, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft)

Das Bundesverbraucherministerium hat eine Kampagne für sicheres Verhalten im Internet gestartet. Vor allem Jugendliche sollen damit angesprochen werden. Deshalb auch der unvermeidliche englische Name watch your web. Ich habe mir das angesehen, hier der Bericht…..

Die Bundesregierung klärt über Gefahren im Internet auf und setzt dabei auf virales Marketing. Die Idee von viralem Marketing ist, sehr witzige und originelle Videos oder Webseiten zu erstellen, die sich dann wie ein Virus von selbst durch Empfehlungen, Social Networks, E-Mails, Chats, Blogs usw. verbreiten sollen. Gute Beispiele für virales Marketing gibt es hier und hier. Es ist schwer, die Gefahren für Jugendliche im Internet in Videos umzusetzen und dann sollen die auch noch so witzig und einfallsreich sein, dass Jugendliche das auch weiter empfehlen. Spiegel Online gibt dem Projekt kaum Chancen auf Erfolg, wobei ich die Videos gar nicht mal so schlecht finde. Hier der erste von insgesamt 4 Filmchen, in allen geht es um die Privatsphäre im Internet:

Wie gesagt, ich finde die Umsetzung ganz gelungen, ob das jetzt so der Brüller unter Jugendlichen wird, wage ich zu bezweifeln. Ich finde jedoch, man sollte das nicht total verreißen, die Idee, junge Leute über das Internet auf die Gefahren im Internet hin zu weisen, ist auf jeden Fall der richtige Ansatz. Hier der nächste Film:

Der dritte:

und der letzte, den man sich allerdings hätte sparen können. Oder soll sich die Kampagne durch weiter geleitete Briefchen im Klassenzimmer verbreiten? Nicht sehr realistisch:

Zur Webseite selbst:

Die Startseite ist ebenfalls professionell gestaltet und soweit ich mich da durchgeklickt habe, funktioniert alles. Das Design ist für meinen Geschmack ein bisschen sehr wirr, aber mit meinen 44 Jahren gehöre ich nicht mehr wirklich zur Zielgruppe. Über zwei Comicfiguren – Webman und Data Devil – soll den Usern das Thema näher gebracht werden. Wahrscheinlich hat die Agentur während der Entwicklung des Projektes Jugendliche mit einbezogen, um herauszufinden, wie das ankommt. Meiner Meinung nach ist diese Comic-Idee ein guter Ansatz, junge Leute für das Thema zu interessieren. Die Seite ist schon gut im Netz vertreten, ist aber bei einem Projekt der Bundesregierung auch nicht sonderlich schwer.
Zugegeben
Die Kampagne wurde von der Agentur WE DO communication GmbH in Berlin entwickelt. Ich kann das nicht beurteilen, aber die erwähnten 300.000,00€ Budget hören sich für das bisher gesehene ein bisschen viel an. Ich weiß allerdings nicht, was da noch alles dazu gehört, deshalb kann man das schwer einschätzen. Das muss ich noch loswerden: Ich kenne die Agentur nicht, laut deren Angaben haben sie schon etliche namhafte Kunden betreut. Ich finde bloß die Webseite einfach nur unterirdisch. Man kommt als erstes auf eine Landing Page, von der man sich auf die eigentliche Seite weiter klicken muss. Dann kommt man auf diese Seite, die ganz witzig gemacht, wie ein DOS-Programm startet, um dann auf eine Oberfläche zu kommen, die wie ein Windows Desktop aussieht. Auch nicht schlecht, aber dann öffnet sich bei einem Klick auf einen Ordner (= Link) ein neues Fenster bzw. ein neuer Tab. Das ist total nervig. Ich lasse zwar auch Links in einem neuen Fenster öffnen, aber nur die, die auf eine andere Webseite führen. Hier geht aber jeder Link in einem Fenster auf und die dann gelieferten Informationen sind eher dürr. Nur spröder Text ohne Gestaltung und ohne weiter führende Links, ziemlich gruselig. Ich muss zugeben, ich habe auch die Lust verloren, mich da komplett durch zu klicken, das finde ich für den Auftritt einer Webagentur eher schwach.

Zum Schluss noch ein lustiges Video zum Thema Politiker und ihre Kenntnisse über das Internet. Ich weiß nicht genau, wie lange das her ist, aber es dürfte nicht älter als 2 Jahre sein. Man schämt sich ein bisschen fremd für die große Unwissenheit unserer Entscheidungsträger:

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