PC Blog Berlin über PC Probleme

direkt vom Prenzlauer Berg

  • Top Kommentatoren

VZ-Netzwerke will keiner mehr – die Verzweiflung ist groß

21.07.11 (Internet, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft)

Wie ich gerade bei Spiegel Online gelesen habe, hat der Medienkonzern Holtzbrinck in den letzten Wochen seine VZ-Netzwerke zu verkaufen. Problem: Keiner wollte einen akzeptablen Preis bezahlen. Aber wundert das wirklich irgend jemanden? Die Aussage eines Managers „Es kann niemandem recht sein, wenn der Markt durch Facebook monopolisiert wird, das beim Datenschutz keine Rücksichtnahmen kennt.“ wirkt doch recht hilflos und verzweifelt.

Mal ehrlich, Sie sind Sie in einem VZ-Netzwerk (SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ) oder kennen Sie jemanden, der da (noch) aktiv drin ist? Ich kann beide Fragen mit Nein beantworten und man kann behaupten, dass ich mit vielen verschiedenen Leuten zu tun habe, die wiederum beruflich oder halbberuflich ständig im Internet sind. Facebook hat wirklich eine enorme Menge an Leuten aus den deutschen Netzwerken gezogen. Xing ist schwer am Kämpfen, StayFriends verliert ständig und international wird Myspace gerade für lächerliche 30 Millionen US-Dollar verramscht. Rupert Murdoch hat dafür mal 580 Millionen US-Dollar bezahlt. Das Portal war 2007 noch das angesagteste Netzwerk und jede einigermaßen hippe Firma hatte eine Firmenseite auf Myspace. Wer das jetzt noch in seiner Werbung erwähnt, läuft Gefahr, von vorgestern zu gelten.

Und, es wird ja noch viel schlimmer. Google Plus wird nach dem, was man so hört (nein, ich bin noch nicht eingeladen worden), ein ziemlicher Hammer. Google hat sich schon einige Flops in den letzten Jahren erlaubt, aber Plus hat offenbar großes Potential. Linkedin ist nie wirklich in Deutschland angekommen, man kann es auch nicht direkt mit facebook vergleichen, weil es sich selbst als Plattform für Beruf und Business versteht.

[ad#kleines-image-quadrat]

Als hilflos empfinde ich den oben zitierten Ausspruch eines Holtzbrinck-Managers. Diese ganze Datenschutzgeschichte ist doch ein Witz. Ich habe das Gefühl, dass die Leute entweder gar nicht wissen, was sie alles von sich preisgeben oder es ist ihnen egal. Viele ganz normale Anwender kaufen sich einen neuen Rechner mit vorinstalliertem Windows 7 und weiterer bereits installierter Software. Sie öffnen zum ersten Mal den Internet Explorer und werden gefragt, ob sie die Google Toolbar aktivieren möchten. Die meisten machen das und schon läuft bei jeder Browsersitzung die Toolbar mit. Mit der Zustimmung hat man Google erlaubt, alle möglichen Daten über alles, was man in dem jeweiligen Browser macht, an Google übermittelt und genutzt werden dürfen. Zum Beispiel, welche Webseiten besucht werden, was man bei Google als Suchbegriff eingibt, auf welche Anzeigen man geklickt hat oder nach welchen Produkten recherchiert wurde.  Diese Daten beeinflussen sogar die Suchergebnisse bei Google selbst und natürlich die Anzeigen, die Google schaltet. Noch nie aufgefallen? Sie schauen sich nach einem Produkt um, was mehrere Hersteller anbieten. Plötzlich sehen Sie auf anderen Seiten Google Werbung für genau das Produkt. Und es gibt viele andere Beispiele, wo Daten über das Nutzerverhalten übermittelt werden.

Irgendwie haut das doch mit dem Datenschutz sowieso nicht mehr hin. Ich bin jedenfalls davon überzeugt, dass sich nur ein Bruchteil von Leuten für ein Netzwerk entscheidet, was vielleicht datenschutzrechtlich sauber arbeitet, aber kaum Leute hat, die man kennt.

[ad#unter-artikel]

 

PC Blog Berlin über PC Probleme is powered by WordPress | ZyRed Theme von ZyBlog