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Vista-PC’s und die fehlenden Treiber für Windows XP

26.03.09 (PC Probleme)

Auffallend häufig bekomme ich Anfragen von Kunden, ob ich ihnen auf ihren Vista-PC Windows XP installieren könne. Hauptsächlich geht es dabei um Notebooks, vereinzelt aber auch Desktop PC’s. Die Crux an der Geschichte ist, dass die PC-Hersteller für bestimmte Rechner mit vorinstalliertem Windows Vista keine Treiber für Windows XP anbieten.

Unrühmliche Beispiele sind dafür Toshiba, Sony, Fujitsu-Siemens und andere. Mir ist nicht ganz klar, warum das so gehandhabt wird. Es gibt zwar neueste Hardware, für die kein Treiber für XP entwickelt wurde und dementsprechend nur unter Vista nutzbar ist. Aber bei der überwiegenden Anzahl von Notebooks und Desktops, die heute verkauft werden, gibt es Treiber für XP. Nur werden sie vom Hersteller nicht immer auf die Treiber-Website gestellt. Die einzige für mich plausible Erklärung ist, dass Microsoft was dagegen hat, wenn immer noch so viele XP haben wollen. Ist es doch ein deutlicher Beleg für die ablehnende Haltung der Verbraucher gegenüber Vista. Einen interessanten Artikel gibt es dazu auf dem Vistablog.

Was mich bei der ganzen Geschichte ärgert, obwohl ich davon profitiere, ist, wie umständlich es einem „Normal-Anwender“ gemacht wird, wenn er seinen PC auf XP umstellen möchte und für sein Modell keine XP-Treiber vom Hersteller angeboten werden. Ich komme mitunter selbst mit meinem Zeitplan für eine Umstellung auf XP ins Schwimmen, weil die Suche nach Treibern teilweise extrem schwierig ist und länger dauern kann, als vorher kalkuliert. Die üblichen Verdächtigen sind dabei vor allem Grafiktreiber für Grafikkarten in Notebooks mit hoher Leistung (sog. Gamer-Notebooks). Wenn es keine offizielle Treiber gibt, dann muss man einen modifiziertem Treiber verwenden; es gibt eine Website, die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt und diese Treiber zum Download anbietet. Allerdings werden hier die meisten Heimanwender bereits abwinken. Die Seite gibt es nur in englischer Sprache und man muss bei dem Treiber die *.inf-Datei austauschen. Das überfordert dann doch schon sehr viele. Ein weiteres Problem sind Chipsatz- und Soundtreiber. Die Suche danach treibt seltsame Blüten: Wenn man Glück hat, wird der Downgrade auf XP für ein bestimmtes Modell in einem Forum besprochen und man bekommt einen Hinweis, wo man den oder die Treiber finden kann. Teilweise werden Treiber für eine bestimmte Soundkarte dann von einem anderen Notebookhersteller angeboten, der den gleichen Soundchip verbaut hat. Hä? Der eine Hersteller sagt, es gibt keine Treiber für XP oder es wird nicht supportet und der andere Hersteller bietet diesen Treiber zum Download auf seiner Website an. Ich würde mich freuen, wenn jemand dafür eine Erklärung hat.

Bezüglich der Software gibt es beim Downgrade keine Probleme. Bitte korrigiert mich, aber mir ist noch keine Software untergekommen, die ausschließlich für Vista angeboten wird und nicht auf XP läuft. Der umgekehrte Fall ist ein häufiger Grund zum Wechsel auf XP: die geliebte und gewohnte Software läuft nicht auf Vista.

Es ist keine wirkliche Linie zu erkennen, wie mit Windows XP umgegangen wird. Büßen und Zahlen (unter anderen an mich als IT-Dienstleister) muss der Verbraucher, wenn er sich nicht strikt an die Vorgaben eines Herstellers hält und der Meinung ist, er müsste unbedingt XP haben.

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