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Treberhilfe Berlin – wie krank ist das denn?

12.03.10 (Berlin)

Es gibt Neuigkeiten über die Treberhilfe!

Mittlerweile hat die soziale Einrichtung Treberhilfe Berlin dank ihres Geschäftsführers Topverdieners Harald Ehlert bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Ursprünglich ging es um einen Maserati, den die Treberhilfe 2007 als Dienstfahrzeug angeschafft hat. Schon das ist extrem unangemessen, ich möchte lieber sagen, für eine Einrichtung, die schwerpunktmäßig Obdachlose betreut, ist das obszön. Genauso obszön ist, dass das in Berlin niemand mitbekommen hat. Der Wagen, mittlerweile für 30.000,00 € verkauft, war auf die Treberhilfe angemeldet. Jetzt kommt es aber noch wesentlich dicker. Es wurde bekannt, wie viel Gehalt Herr Ehlert im Monat kassiert.

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Wie immer bei Skandalen kommt alles scheibchenweise an die Öffentlichkeit. Herr Ehlert hat es aber schon brutal krachen lassen und wurde dabei warum auch immer von niemanden aufgehalten. Allein die Geschichte mit dem Maserati ist schon ein Hammer. Der Wagen wurde 2007 angeschafft und als Dienstwagen geführt. Angeblich waren die Kosten durch einen Mietkaufvertrag genauso hoch wie bei einem Audi A8. Bleibt die Frage, ob der Audi ein angemessener Dienstwagen ist für einen Geschäftsführer einer gemeinnützigen GmbH, die sich im Wesentlichen um die kümmert, die ganz unten sind: Obdachlose. Bei der Treberhilfe gibt es einen Fuhrpark mit mehreren LKW und angeblich 10 PKW, darunter Mittelklasse-BMW’s. Auch nicht schlecht, als Dienstwagen für die Mitarbeiter. Aber das wurde jetzt locker getoppt. Es ist die Rede von einer Villa am See in Caputh, südwestlich von Potsdam. Dort werden Schulungen für Mitarbeiter abgehalten. Ehlert hat dort seinen Zweitwohnsitz, wem die Villa letztendlich gehört, ist unklar. Der Gesellschaft oder Ehlert privat? Richtig geil wird es jetzt. Der Knabe hat doch tatsächlich, wie jetzt bekannt wurde, ein Monatsgehalt von 35.000,00 €! Wie bitte, was ist los? Fünfunddreißigtausend Euro? Im Monat? Das ist ein zu versteuerndes Jahresgehalt von 420.000,00 €. Mal zum Vergleich, das höchste Gehalt für einen Vorstand einer Krankenkasse zahlte die Techniker Krankenkasse im Jahr 2008, max. 295.781,00 €. Und bei einer großen Krankenkasse geht es um Milliarden. Man muss wissen, die Treberhilfe hat 280 Mitarbeiter, für so eine Größe ist das Gehalt einfach indiskutabel. Dazu kommt, dass das alles öffentliches Geld ist. Und keine will etwas gemerkt haben. Lustig und entlarvend finde ich die Forderung von Berlins Sozialsenatorin (!) Carola Bluhm (Linke), dass alle Geschäfte der Treberhilfe offengelegt werden müssten. Darüber hinaus möchte sie wissen, woraus die Treberhilfe Gewinne erziele und was sie mit ihnen mache. Ist das nicht Aufgabe der Sozialsenatorin bzw. ihrer Behörde, zu kontrollieren, dass öffentliche Gelder nicht zweckentfremdet wurden?

Das Ganze riecht nach einem handfesten Skandal, in den der Berliner Senat da langsam hineinrutscht. Der Regierende Bürgermeister Wowereit hat bis jetzt noch nichts hören lassen, aber das ist man mittlerweile in Berlin gewohnt. Die Wowi-Party ist ohnehin vorbei.

Mittlerweile hat der Paritätische Wohlfahrtsverband die Treberhilfe ausgeschlossen, aber warum erst jetzt? Den Maserati gibt es seit über 2 Jahren und das Monatsgehalt von 35.000,00 € (ich kann es immer noch nicht fassen) wird nicht im Februar 2010 zum ersten Mal gezahlt worden sein. In der Treberhilfe selbst geht es drunter und drüber, da herrscht offenbar nackte Panik. Wie sonst ist zu erklären, dass der kürzlich als Aufklärer geholte Aufsichtsrat-Chef der Treberhilfe gGmbH von den Gesellschaftern abgesetzt wurde und sogar Hausverbot erhielt. Da gibt es garantiert noch weitere Leichen im Keller. Was kommt als Nächstes raus? Dienstreisen in die Karibik oder Brasilien, um sich ein Bild über die Situation der dortigen Obdachlosen zu machen?

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