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Treberhilfe – bekommt die Berliner Verwaltung gar nichts mehr mit?

10.04.10 (Berlin)

Laut einem Spiegelbericht wurde es in der Treberhilfe noch erheblich doller getrieben, als bisher angenommen. Da ist von Einbauten in die Wohnung des Skandal-Geschäftsführers Ehlert in der Dienstvilla der Treberhilfe in Caputh in der Nähe von Berlin wie Sauna, Hamam (türkisches Dampfbad) und Whirlpool die Rede, allein dafür wurden 78.616 € ausgegeben. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat noch so einiges mehr herausgefunden. Es war aber auch irgendwie klar, dass der Maserati nicht das einzige war, das nicht so unbedingt zu einer Obdachloseneinrichtung passt. Nur die Berliner Verwaltung, insbesondere Sozial- und Finanzverwaltung, bekommt offenbar nichts mit.

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Es ist schon ein absoluter Witz. Da fährt ein Geschäftsführer einer zugegebenermaßen großen Berliner Einrichtung, die Obdachlosen hilft, jahrelang mit einem Maserati Quatroporte durch die Gegend. Und plötzlich ist das unanständig, völlig unangemessen, und überhaupt total daneben. Und jetzt hat die Berliner Staatsanwaltschaft in einem 600(!)-seitigen Bericht weitere Hämmer aufgelistet. Neben den Luxusumbauten in der gemieteten Wohnung in der Dienstvilla am See, wurde das Bootshaus und Steg der Villa für 152.818 € renoviert. Überwiegend von der Treberhilfe bezahlt wurden ein Fahrer, eine Sekretärin und zwei Haushälterinnen. Einfach Wahnsinn. Herr Ehlert legte aber auch Wert auf gutes Essen, laut Spiegel wurden allein im letzten Jahr für Jakobsmuschelfleisch und Hummer über 5.000 € ausgegeben. Das ist ungefähr die Summe, die Hartz4-Empfänger, um die sich die Treberhilfe kümmert, im Jahr an Barmitteln erhalten. Für Bootshaus und Wohnung zahlte Ehlert monatlich 870 € Miete. Hört sich bei diesen Renovierungskosten absurd niedrig an. Zusätzlich wurde für 647.382 € ein sog. Seminarpavillon im Garten des Anwesens errichtet, wo Schulungen für Mitarbeiter stattfinden. 647.382 € ? Also kommt, Leute, bitte, das ist doch nicht mehr zu glauben, und das angeblich deshalb, damit Herr Ehlert im Haupthaus ungestört ist. Und das hat niemand mitbekommen? Das ist doch alles ein Witz. Wir reden hier nicht über ein paar Vergünstigungen sondern über jahrelange Ausgaben, die auf keinen Fall der Vereinssatzung entsprechen können. Es regt mich echt auf, dass so etwas jahrelang mit Steuergeldern möglich ist. Die Berliner Sozialsenatorin Carola Bluhm regt sich berechtigt auf, mahnt aber auch an, dass man die Arbeit der 280 Mitarbeiter nicht diskreditieren dürfe. Alles schön und gut, aber hier sollte man einen echten Schnitt machen und den Laden komplett dicht machen. Das Image ist doch ohnehin komplett verbrannt.

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