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Netbook Acer Aspire One – bedingt begeisterungsfähig

22.06.09 (PC Probleme)

Eine Kundin hatte sich ein Netbook Acer Aspire One mit vorinstalliertem Linpus™ Linux® Lite gekauft, kam damit aber nicht zurecht und beauftragte mich, darauf Windows XP zu installieren. Die genaue Produktbezeichnung des Netbooks lautet A110L ZG5 (AOA 110 -AW). Ich nehme den Auftrag zum Anlass, das Netbook hier vorzustellen. Allerdings kann ich über die Alltagstauglichkeit nur bedingt eine Aussage treffen, da ich das Gerät nur kurze Zeit habe

Technische Basisdaten:

Das Netbook hat einen Intel® Atom™ Processor N270 mit 1.60 GHz, 512MB Arbeitsspeicher und eine 8GB Solid State Festplatte. Der Bildschirm ist 8,9 Zoll groß, Gewicht ca. 1,1kg.

Erscheinungsbild und Gehäuse:

Das Acer macht äußerlich einen durchaus schicken Eindruck (wichtig für die weibliche Kundschaft). Allerdings ist Weiß extrem empfindlich für Kratzer und sonstige Gebrauchsspuren und somit nicht die optimale Farbe für ein überwiegend mobil genutztes Gerät. Das Gehäuse wirkt weitgehend stabil, auch wenn es an manchen Stellen etwas nachgibt. Der Bildschirm ist für mein Empfinden hell genug, im Freien unter Sonnenlicht habe ich ihn nicht getestet, aber laut Testberichten soll bei direkter Sonneneinstrahlung ein Arbeiten fast unmöglich sein. Um den Größenunterschied zu verdeutlichen, habe ich ein FSC Amilo 15,4 Zoll Notebook daneben gestellt.

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Die Tastatur hat mich positiv überrascht, die einzelnen Tasten sind etwas größer als bei Netbooks üblich. Dadurch ist das Schreiben weniger mühsam, zum Erstellen von ausführlichen Texten ist ein Netbook jedoch nicht geeignet. Kompromisse müssen natürlich eingegangen werden, so ist die Rücklöschtaste sehr kurz geraten, dafür aber ist die Enter-Taste entsprechend groß ausgefallen.

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Installation von Windows XP:

Auf dem Netbook war ein Linux vorinstalliert, das habe ich mir aber aus Zeitgründen nicht angesehen. Deshalb musste die Platte neu partitioniert bzw. formatiert werden, das mache ich gewöhnlich mit einer Boot-CD von Acronis Disk Director.
Netbooks haben kein CD/DVD-Laufwerk, die Installation eines Betriebssystems muss man entweder mithilfe eines externen DVD-Laufwerks, das am USB-Port angeschlossen wird, durchführen oder man benutzt einen vorbereiteten USB-Stick, der bootfähig ist. Ich habe dafür mein externes DVD-Laufwerk angeschlossen und das Netbook bootete brav von der Acronis-CD. Das Formatieren der Festplatte war kein Problem, bloß da fiel mir schon auf, dass der Rechner wirklich nicht sehr schnell ist. Nach der Formatierung startete ich das Windows Setup. Ich hatte eine Professional Lizenz und die Installation verlief problemlos, nur ging die Prozedur vergleichsweise auch ziemlich langsam. Ich hatte mir vorher bereits die Treiber für Win XP von der Acer Webseite geladen, auf einen USB-Stick kopiert und dann auf dem Netbook installiert. Auf der Windows Setup CD war das Service Pack 3 für XP schon integriert, ich musste nur noch die fehlenden Windows Updates installieren. Auf Wunsch der Kundin installierte ich noch eine Antivirensoftware, Word und Excel 2003 (Lizenz von der Kundin) sowie den Adobe Reader und Mozilla Firefox. Bei all diesen Installationen Von den ursprünglich knapp 7 zur Verfügung stehenden GB’s waren dann noch 3 GB frei, auf jeden Fall zu wenig. Da genügt schon eine gewisse Anzahl von Fotos und Internetmüll, um dem Rechner die „Luft“ abzudrehen. So eine geringe Festplattengröße ist bei Netbooks üblich, die Solid State Disks sind noch unverhältnismäßig teuer. Acer hat wegen der kleinen Speichermöglichkeiten 2 Card-Slots eingebaut, wobei einer ausdrücklich als Speichererweiterung dient. Mit einer eingesteckten 16GB – Card hat man dann einiges an Speicherplatz. Neben diesen beiden Slots gibt es 3 USB-Ports (nicht schlecht), einen externen VGA-Ausgang, eine Netzwerkkarte, Eingänge für Kopfhörer und Mikrophon und ein Steckplatz für ein Kabelschloss. aspireone_5

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Arbeiten mit dem Netbook:

Die Verbindung über WLan funktionierte auf Anhieb und im Internet kann man mit dem Gerät ganz gut unterwegs sein. Allerdings gibt es immer wieder mal sekundenlange „Hänger“, d.h. der Rechner macht scheinbar nichts und arbeitet dann wieder flott weiter. Das ist gerade noch so im Toleranzbereich, es nervt mitunter aber schon. Eine Maus ist meiner Meinung nach unbedingt notwendig, denn die linke und rechte Maustaste sind so ungünstig angebracht und dazu schwergängig, dass ein Arbeiten ohne Maus zur Qual werden kann.

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Für mobiles Arbeiten auch nicht gerade ideal, wenn man dauernd eine Maus dabei haben muss. Die Akkulaufzeit betrug bei mir mit normalem Surfen über WLan gute 2 Stunden, das ist akzeptabel.

Fazit:

Man darf nicht ungerecht sein und ein Netbook mit einem vollwertigen Notebook vergleichen. Vor dem Kauf muss man sich im Klaren sein, was man mit dem Gerät machen will. Für Internet, E-Mail und Office – Aufgaben kann man das Aspire One durchaus verwenden, mehr aber auch nicht. Ein Beispiel: Beim Betreiben eines Beamers mit dem Netbook zeigt sich die Schwäche der Grafikkarte, der Beamer wird nur verzögert angesprochen, ein echtes Arbeiten (Präsentationen) ist damit nicht möglich.

Man sollte bei dieser Betrachtung auch auf den Preis schauen, der bei diesem Netbook unter 300,00€ liegt. Mehr an Technik ist da einfach nicht drin.

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