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Musste das wirklich sein, Frau Bischöfin Margot Käßmann?

23.02.10 (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft)

Die Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Margot Käßmann, wurde gestern Abend von einer Polizeistreife in Hannover angehalten, weil sie mit ihrem VW Phaeton über eine rote Ampel fuhr. Ergebnis der Untersuchung der Blutprobe: 1,54 Promille Alkohol. Tut mir Leid, aber dafür fehlt mir jedes Verständnis.

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Eine Bischöfin, die noch dazu Vorsitzende ihrer Kirche in Deutschland ist, muss wissen, dass sie sich in einer exponierten Position befindet. Die nutzt sie ja auch, wenn sie – in unpassender Form, wie ich finde – den deutschen Einsatz in Afghanistan kritisiert.
Der Vorfall gestern Abend hätte ihr allerdings nicht passieren dürfen. Ja, ja, man kann jetzt sagen, jeder macht Fehler und es ist doch menschlich. Meiner Ansicht nach ist das wirklich kein unvermeidbarer Fehler gewesen. Hilflos hören sich auch die Erklärungsversuche des Theologen Friedrich Schorlemmer an: „Das ist ein Blackout, der leider immer wieder Leuten passiert, die in öffentlichen Ämtern unter Dauerstress stehen“ und weiter „Auch Margot Käßmann steht in ihrem Amt unter einer enormen Spannung. Und Alkohol löst nun mal Spannungen und baut Stress ab“. Alles richtig, keiner regt sich auch darüber auf, dass Frau Käßmann Alkohol trinkt, wobei man bei 1,54 Promille schon erheblich konsumiert hat. Aber auch das ist letztlich ihre Privatsache. Dass sie sich dann aber nach medizinischer Definition total fahruntüchtig an das Steuer ihres Dienst-Phaetons setzt und eine rote Ampel überfährt, ist unverzeihlich. Hat denn die Frau Bischöfin kein Geld für ein Taxi? Auch einen Chauffeur halte ich in ihrer Position durchaus für angemessen. Jedenfalls muss sie doch in etwa wissen, wie viel sie getrunken hat. Sie gab bei der Polizeikontrolle an, es sei nur „ein Glas“ gewesen. Da kann man nur sagen, selbst ein Glas ist für die Frau Bischöfin zu viel, wenn sie dann ein Auto steuert. Meine Meinung ist, wenn sie vor hat, ein oder mehrere Gläser an alkoholischen Getränken zu sich zu nehmen, muss ihr auch klar sein, dass sie danach nicht mehr Auto fahren kann. Die Bild-Zeitung zitiert Frau Käßmann folgendermaßen: „Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe. Mir ist bewusst, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist. Den rechtlichen Konsequenzen werde ich mich selbstverständlich stellen.“ Die Aussagen wurden bereits von der Pressesprecherin Silke Römhild von der Evangelischen Kirche Deutschlands bestätigt. Wenn ihr bewusst ist, wie gefährlich und unverantwortlich Alkohol am Steuer ist, warum hat sie sich dann nicht anders verhalten? Genauso überflüssig ist der Hinweis, dass sie sich „selbstverständlich den rechtlichen Konsequenzen stellen wird“. Als ob sie eine Wahl hätte.

Nur eine Vermutung: Ich möchte nicht wissen, wie oft Frau Bischöfin in der Vergangenheit nach „einem Glas“ noch Auto gefahren ist und bloß nicht aufgefallen ist. Auch wenn es abgedroschen klingt, eine Bischöfin und Vorsitzende einer großen Kirche in Deutschland hat auch eine Vorbildfunktion. Wenn ihr der Stress zu viel wird oder sie anderweitige Probleme hat, die sie mit Alkohol zu lösen versucht, sollte sie das Amt niederlegen und sich um ihre Gesundheit kümmern. Wie auch immer wird es jetzt nicht unbedingt leichter für sie.

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