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Mein Konzept zur Datensicherung

31.03.09 (PC Probleme)

Bei einem erheblichen Teil meiner Aufträge geht es um Rettung bzw. Wiederherstellung von Daten. Es wird sich wahrscheinlich nie ändern, dass viele Leute ihre Daten nicht mindestens auf einem zweiten Speichermedium (externe Festplatte, USB-Stick, DVD) sichern. Ich kann das auch verstehen, die Anwender benutzen den PC als Werkzeug für ihre Arbeit bzw. für ihr Privatvergnügen und interessieren sich wenig für technische Fragen. Bei dem täglichen Umgang mit dem PC ist einem dann die Notwendigkeit einer Datensicherung nicht bewusst.

Warum auch? Man startet jeden Morgen und der Rechenknecht läuft brav und macht, was er soll. Da wird das Thema Backup / Datensicherung gern vergessen oder immer wieder verschoben. Die wenigsten meiner Kunden kommen andererseits mit automatisierten Backups zurecht, da hapert es einfach oft bereits am Einrichten der Backup-Software. Ich selbst bin auch kein Freund von automatisierten Backups, da ich so wenig Software wie möglich bei jedem Start von Windows mitlaufen lassen möchte. Stattdessen habe ich mir ein Konzept überlegt, was für mich ausreichend Datensicherheit bietet und nicht zu nervig ist.

Ich führe 2 Arten von Backups durch:

1. Sicherung der einzelnen Partitionen (alle “ Laufwerke“ auf einer Festplatte, also c:, d: usw.) über eine 1:1 Kopie auf jeweils 2 externe Festplatten. Diese Sicherung sollte man machen, wenn man seinen PC komplett zum Arbeiten eingerichtet hat und er weitgehend fehlerfrei läuft.
2. Tägliche Sicherung der sich ständig ändernden Daten (Eigene Dateien, E-Mails, Outlook, Firefox)

Für die Spiegelung der einzelnen Partitionen benutze ich eine Boot-CD von Acronis Disk Director. Es gibt noch etliche andere Programme dafür, Acronis hat mich aber wegen der Geschwindigkeit und der einfachen Bedienung überzeugt. Das Kopieren einer 100GB großen Partition dauert ca 1 Stunde, ist natürlich auch von der verwendeten Hardware abhängig. Auch andere Operationen wie Erstellung einer neuen Partition oder Formatierung gehen sehr schnell. Falls Windows wegen Virenverseuchung oder anderer Ursachen nicht mehr zu verwenden und nicht reparabel ist, kann man die 1:1 Kopie von der externen Festplatte auf den PC spielen und hat sofort wieder ein komplett eingerichtetes Windows. Da ich so eine 1:1 Kopie ca alle 2 Monate auf zwei externe Festplatten durchführe, fehlen im schlimmsten Fall das eine oder andere Programm, was ich in der Zwischenzeit installiert habe und die Updates für Windows und das Antivirenprogramm. Großer Vorteil: Ich muss Windows nicht neu installieren und vor allem nicht neu einrichten. 1 Stunde dauert das Überspielen der Systempartition und ich bin wieder arbeitsfähig.

Wichtig ist bei dieser Methode nur, dass man die tägliche Sicherung der „Arbeitsdaten“, also E-Mails, Kontakte, Dokumente, Bilder usw. nicht vernachlässigt. An dieser Stelle gehe ich wie folgt vor. Ich benutze als E-Mail-Client „Thunderbird Portable„, zum Surfen nehme ich „Firefox Portable„. Bei beiden Programmen konnte ich bis jetzt keinerlei Unterschied zu den zu installierenden Versionen erkennen. Für die Verwaltung meiner Kontakte und Termine kommt bei mir MS Outlook zum Einsatz, brauche ich auch für die Synchronisation mit meinem Smart Phone. Die Daten, mit denen ich täglich arbeite, sind in einer logisch aufgebauten Ordnerstruktur gespeichert. Ich habe einen Hauptordner angelegt, in den kommen die portablen Programme, der Outlook-Ordner, in dem die *.pst-Datei liegt und die aktuellen Dateien bzw. Ordner. Für das Sichern dieser Daten verwende ich dann ein Datei-Synchronisationsprogramm. Es gibt verschiedene, z.B. Allway Sync (für Privatanwender kostenlos) oder Beyond Compare (kostenpflichtig, aber auch meiner Ansicht nach besser). Dateimanager wie Total Commander oder Speed Commander haben eine Synchronisierungsfunktion, bieten aber für meine Zwecke zu wenige Einstellmöglichkeiten. Beim Synchronisieren werden nur die veränderten Daten gespeichert, bei einem Backup-Programm heißt das „inkrementell“. Ich sichere meine Daten auf diese Weise auf 2 USB-Sticks, übers Netzwerk auf einem anderen PC und ab und zu auch noch auf eine externe Festplatte. Ich mache das nicht täglich auf alle Datenträger, aber auf mindestens 2 USB-Sticks. Dank dieser Methode hatte ich bei meinem bisher einzigen Fall, bei dem Windows nicht reparabel war (schwere Vireninfektion), schnell und ohne Aufwand wieder ein voll eingerichtetes Windows.

Ich habe natürlich andere Backuplösungen ausprobiert, aber ich nehme Abstand von jeglicher Software, die Image-Dateien erstellt. Es ist zwar Jahre her, aber damals hatte ich meine Daten in eine Imagedatei gesichert und nachdem sich meine Festplatte verabschiedete, wollte ich das Image auf die neue Platte zurückspielen. Doch das Programm meldete mir „fehlerhafte Imagedatei, Wiederherstellung nicht möglich“, obwohl beim Erstellen des Images die Datei geprüft und für einwandfrei befunden wurde. Auch Reparaturversuche brachten nichts, seitdem mache ich nur noch 1:1 Kopien.

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