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Interessantes Suchverhalten bei Google – Stichwort: Steuersünder-CD

20.02.10 (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft)

Im Netz kann man ganz gut verfolgen, wie die Steuersünder-CD die Deutschen nervös gemacht hat. Am 29.01.2010 wurde bekannt, dass den deutschen Behörden eine CD mit Daten von 1500 Steuerhinterziehern angeboten wird. Interessant ist die Betrachtung bei Google Trends, welche Suchbegriffe seit diesem Datum in die Höhe schossen und teils von welcher Region die meisten Suchanfragen kamen.

Google Trends ist ein Tool mit dem analysieren kann, welche Suchbegriffe oder Kombinationen wann und wie oft bei der Googlesuche verwendet wurden. Wie genau die Zahlen sind, vermag ich nicht einzuschätzen, zumindest sind sie plausibel. Ich habe mir drei Suchbegriffe ausgewählt, die im Zusammenhang mit der Steuersünder-CD im Zusammenhang stehen: “steuer cd“, “selbstanzeige” und “steuerhinterziehung“.

Hier die Analyse zum Suchwort “steuer-cd” für die letzten 30 Tage:

Steuer CD Google Trends

Ab dem 3. Februar stieg das Interesse an der Steuer-CD erheblich. Die meisten Anfragen kamen nicht, wie erwartet, aus Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg:

Steuer-CD Regionen Google Trends

Wenn jemand nach “Steuer-CD” sucht, hat das noch wenig mit schlechtem Gewissen zu tun. Viele wollen sich wahrscheinlich einfach informieren. Beim nächsten Suchbegriff ist das schon eindeutiger. Ich habe kein Geld und schon gar nicht in der Schweiz, ich würde nicht zwingend auf die Idee kommen, bei Google nach “selbstanzeige” zu suchen. Etliche Bürger unseres Landes scheint aber plötzlich genau das Thema zu interessieren:

Selbstanzeige Google Trends

Auch hier lohnt sich ein Blick auf die Regionen:
selbstanzeige Google trends regionen

Man kann daraus schon Schlüsse ziehen, jedenfalls ist es irgendwie entlarvend. Bei dem dritten Begriff “steuerhinterziehung” sieht es ähnlich aus, das ist schon ein jeweils krasser Anstieg:

steuerhinterziehung Google trends

Und wieder aus den bekannten Regionen:

steuerhinterziehung regionen Google trends

Mittlerweile haben sich 2000 Leute selbst angezeigt. Schon 500 mehr, als auf der CD sind. Den Leuten ist es offenbar zu heiß, darauf zu hoffen, dass sie nicht mit auf der Cd sind. Viele werden aber noch unruhige Nächte verbringen und bangen, ob nicht bald Post vom Finanzamt oder gar Besuch von der Steuerfahndung ins Haus flattert. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Ich meine, durch Steuerhinterziehung gehen uns allen erhebliche Summen verloren, es stimmt schon, so etwas ist Sozialbetrug. Man hat aber auch damals bei der Liechtenstein-CD von Steuersündern gelesen, die eher erleichtert waren, als sie entdeckt wurden. Das schlechte Gewissen hat offenbar genagt.

Aber in der ganzen Angelegenheit gibt es natürlich auch Gewinner. Steuerberater und Steuerfachanwälte zum Beispiel, die teilweise den Leuten die Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung überhaupt erst bekannt machten. Jedenfalls schalten die derzeit sehr viel Werbung, die Preise bei Google Adwords für die einschlägigen Suchbegriffe sind in die Höhe geschnellt. Vor allem aber kommt unerwartetes Geld in die Staatskasse, auch wenn dann wieder mehr für fragwürdige Ausgaben übrig bleibt.

Schlagwörter:Google|Politik

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6 Kommentare

  • 1
    Marco:

    Sehr interessante Auswertung, es sind auch immer die gleichen Bundesländer bzw. Stadt…Aber ist es nicht auch fraglich, das durch eine Suchmaschine so etwas zu ermitteln ist?! Aber bei Google wundert mich langsam gar nichts mehr…ich glaube langsam, die wissen mehr über mich, als ich selbst ^^

  • 2
    webSimon:

    Jetzt wäre eine Statistik interessant, die die Suchanfragen relativ zur Bevölkerung der Stadt und des Bundeslands darstellt. Wollen wir doch einmal sehen, wo hier die bösen sitzen.

    Dein Post zeigt auch eindrucksvoll, dass Datenschutz durchaus ein Thema ist, um das man sich kümmern muss. Nicht nur die Datenschutz-Hippies.

  • 3
    Matthias:

    Zum Teil ist es auch eine sehr quantitative Aussage, die man daraus ablesen kann. Diese Bundesländer gehören zu den bevölkerungsreichsten Ländern Deutschlands. Wenn jeder hunderste Bürger danach suchen würde, wäre die Anzeige auch so ausgefallen, selbst wenn in MV jeder fünfzigste Bürger danach suchen würde.

  • 4
    admin:

    Da hast Du sicher recht, die Daten sind mit Vorsicht zu genießen. Aber es gibt ein schönes Bild, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, München und Frankfurt am Main.

  • 5
    Antwort von Bernhard Kaster (MdB) | Abunai – 危ない – Muscheltaucher.com:

    [...] Artikel, wie man Steuersünder mittels Google aufspüren könnte, gibt es übrigens beim PC-Blog [...]

  • 6
    Google – Stichwort Steuersünder : MEDIA.AG:

    [...] Read the original post:  Google – Stichwort Steuersünder [...]

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