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In Kreuzberg kommen manche Linksgrüne mit der Realität nicht mehr klar

09.09.11 (Berlin, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft)

Ich will nicht schadenfroh sein, aber diese Nachricht hat mich dann doch zum Schmunzeln gebracht. In Kreuzberg haben immer mehr Eltern ein Problem, wenn ihre Kinder so langsam ins schulpflichtige Alter kommen. Auf welche Schule in Kreuzberg können wir unser Kind schicken? Das fragen sich sowohl deutsche als auch türkische Eltern, die wollen, dass ihre Kinder eine Schulausbildung unter normalen Umständen und gutem Niveau bekommen. Auch sie wissen, dass es das in Schulen mit 95% Migrantenanteil nicht gibt. Ironischerweise trifft es gerade das Milieu der gutverdienenden Grünen-Wähler, die in Kreuzberg reichlich vorhanden sind.

Die Situation gibt es ja schon länger, jetzt kann sie offenbar nicht mehr totgeschwiegen werden. Bereits als unser Sohn auf die Grundschule (Migrantenanteil unter 5%) in unserem Einzugsbereich im Prenzlauer Berg  ging, die erste Klasse besuchte er vor 9 Jahren, war es an der Schule ein offenes Geheimnis, dass gar nicht mal so wenig Schüler in Wahrheit nicht im Einzugsbiet wohnten. Ihre Eltern hatten sich im Bezirk polizeilich angemeldet und dann ihr Kind an der lokalen Schule eingeschult. Das Ganze bedeutet einen ziemlichen Aufwand, die Ummelderei bekommt man ja irgendwie hin, aber stressig ist natürlich der extrem lange Schulweg, noch dazu für einen Grundschüler. Meistens geht das nicht ohne Auto. Dazu kommt, dass das Kind schwerer Kontakt außerhalb der Schule zu seinen Klassenkameraden halten kann, da es in einem anderen Bezirk wohnt, was in Berlin immer 15 eher 30 Minuten Fahrzeit bedeutet. Die Eltern sind also bereit, diese ganzen Preise zu bezahlen, so schlimm war damals schon die Situation an vielen Kreuzberger Schulen. Leider nicht nur in Kreuzberg, auch im Wedding, in Moabit, was jetzt „Mitte“ heisst, deshalb aber auch nicht schicker geworden ist. Neukölln nicht zu vergessen, das ja mittlerweile ganz Deutschland ein Begriff ist.

Das Ganze scheint zu eskalieren, wie es auch in diesem Artikel der Welt zu lesen ist. Dort wird beschrieben, dass es in Kreuzberg 2 Fraktionen von Grünen-Anhängern gibt. Die mit Kindern und die ohne Kinder. Und die ohne Kinder haben offenbar das Sagen. Der Wahnsinn geht so weit, dass sich Eltern, die ihr Kind nicht in eine 1. Klasse schicken wollen, in der es insgesamt 2 Kinder mit Muttersprache Deutsch gibt, anhören dürfen, dass sie sich „sozial abgrenzen“ wollen. Da kommt man sich als besorgte Mutter oder besorgter Vater ziemlich allein gelassen vor.

Ein Mitbegründer der taz hatte sogar geklagt, damit seine Tochter in einem anderen Bezirk zur Schule gehen kann. Die Klage wurde abgewiesen.

Die Grünen in Kreuzberg wollen davon aber nichts wissen. Die Idee von Eltern, eine private Schule zu eröffnen, für die sich sehr viele Eltern engagiert und interessiert haben, wurde von den regierenden Grünen mit dem Hinweis abgelehnt, man wolle keine Privatschule, die ein Spaltung von Mittelschichtskindern und Unterschichtskindern bedeuten würde.

In diesem Fall könnte das hinlänglich bekannte politisch überkorrekte Verhalten der Grünen nach hinten losgehen. Im eher linken Berliner Stadtmagazin „Tip“ lässt man einen längjährigen Grünen-Wähler, den Kreuzberger Peter Laudenbach zu Wort kommen:

„Die wohlstandsverwöhnte Ignoranz gegenüber ökonomischen Notwendigkeiten, das Schönlügen der harten Konflikte in der misslungenen Integration von Migranten, die ganze realitätsblinde Selbstgerechtigkeit, der schwer erträgliche Moral-Dünkel – kurz: der nicht unerhebliche Brechreiz-Faktor der Grünen braucht dringend ein Gegengewicht, und zwar eines, das stärker ist als dieses vorpolitische Gutmenschentum“.

Es ist einfach unglaublich, mit welcher Rücksichtslosigkeit die Grünen ihre eigenen Wähler verprellen. Ich bin mir sicher, dass das einer der Gründe ist,  warum die Partei sich in den Umfragen zur bevorstehenden Wahl im absoluten Sinkflug befindet.

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Moralisch einwandfrei und poltisch korrekt, egal, wer dabei auf der Strecke bleibt, so stellen sich die Grünen derzeit in Kreuzberg dar. Wie sich herausstellt, geht das auf Dauer nicht gut. Man fragt sich unwillkürlich, ob Kinder von Kreuzberger Lokalgrößen, Politiker, Journalisten usw. auf eine Grundschule mit 95% Migrantenanteil gehen. Ich glaube es eher nicht.

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