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Fieses Problem – PC schaltet sich unvermittelt ab oder startet neu

06.05.09 (PC Probleme)

Eine Kundin, die eine Sprachenschule betreibt, rief mich verzweifelt an, weil sich ihr PC (ca. 3 Jahre alt) mit Windows XP unvermittelt ohne Vorwarnung ausschaltet oder neu startet. Da das Phänomen zum Teil erst nach 3-4 Stunden Betriebszeit auftritt, scheidet ein Temperaturproblem aus. Das wäre auch das Einfachste gewesen, häufig ist in diesem Fall der Lüfter defekt oder extrem verschmutzt, so dass keine ausreichende Kühlung erreicht wird. Jetzt beginnt es, eklig zu werden, einfach deshalb, weil fast jede Komponente im PC dafür verantwortlich sein kann.

Windows lief ja immer noch, auch wenn es dann plötzlich verabschiedete. In der Ereignisanzeige (Weg dorthin: rechte Maustaste auf Arbeitsplatz > Verwalten > Ereignisanzeige > System) waren etliche Fehlermeldungen, fast alles in Zusammenhang mit fehlerhaften Blöcken der Festplatte. Da natürlich wieder mal keinerlei Daten gesichert waren, habe ich zuerst die gesamte Platte 1:1 auf eine meiner externen Festplatten kopiert. Das ging erstaunlicherweise ohne Lese- oder Schreibfehler. Zuerst schloss ich ein neues Netzteil an, weil dieser Fehler (auch) typisch für einen Netzteildefekt ist. Der Fehler blieb. Beim Öffnen des PC’s stellte ich eine extreme Verschmutzung des PC’s fest, da war so viel Staub, dass es mich gewundert hat, dass der Rechner überhaupt noch was macht. Ich habe den PC mit Staubsauger und Druckluftspray gereinigt, den Prozessor abgenommen, neue Wärmeleitpaste aufgetragen und alles wieder zusammengesetzt. Dann führte ich einen Festplattentest durch, bei dem sich der PC allerdings 2 Mal vorzeitig abschaltete. Beim dritten Versuch lief der Test aber komplett durch und kam am Schluss mit der Meldung, dass die Platte defekt ist ausgetauscht werden müsse. Also gut, das könnte die Fehlerursache sein. Neue Platte eingebaut, die kopierten Partitionen auf die neu Platte kopiert und Windows startete wieder klaglos und lief auch erst mal stabil. Dann allerdings wieder das Abschalt-Phänomen. Okay, als Nächstes habe ich den Arbeitsspeicher mit Memtest86 getestet. Auch dabei ging er aus, meldete aber schließlich nach 4 kompletten Testdurchläufen keinerlei Fehler. Jetzt kamen nur noch Motherboard oder Grafikkarte als Übeltäter in Frage. Ich tauschte die Grafikkarte durch eine Testkarte von mir aus, wieder tauchte der Fehler auf. Jetzt hatte ich die Schnauze voll, zumal man dieses ganze Generve der Kundin nicht in Rechnung stellen kann, jedenfalls nicht den gesamten zeitlichen Aufwand. Ich brachte den Rechner zu einem Hard- und Sofwarehändler mit Werkstatt, mit dem ich seit Jahren zusammen arbeite und von dem ich alle Hardwarekomponenten beziehe. Am nächsten Tag riefen die Jungs mich an und teilten mir mit, dass sie kurz vor dem Verzweifeln sind. Sie haben ein neues Board eingebaut, einen anderen Prozessor eingesetzt und einen anderen Arbeitsspeicher ausprobiert. Das Netzteil sei in Ordnung, meinten sie. Ich schlug vor, doch nochmal an das neue Board ein neues Netzteil anzuschließen und tatsächlich, von da an lief der PC stabil. Selbst Windows startete wieder, es mussten nur die Motherboardtreiber aktualisiert werden, dann war alles perfekt.

Unsere Theorie ist Folgende: Das Netzteil beschädigte durch einen Defekt, möglicherweise wegen des extremen Staubs, die Festplatte und das Board. Wenn es so sein sollte, wir sind uns da nicht ganz sicher, war es pures Glück, dass die neuen Komponenten durch das alte Netzteil nicht beschädigt wurden. Die Geschichte ging noch gut aus, auch wenn die Reparaturkosten schon hart an der Grenze waren. Die Kundin war dennoch zufrieden, vor allem deshalb, weil ihre Daten alle vorhanden waren und sie sofort mit dem gewohnten Windows ohne lästige Neuinstallationen weiter arbeiten konnte.

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