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Der Euro – Langsam bekommt man es mit der Angst zu tun

17.11.11 (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft)

Die Nachrichten über den Euro und über das permanente Versagen der Politik werden immer schlimmer. Begriffe wie Kernschmelze oder Infragestellung des Euro insgesamt fallen mittlerweile und niemand hat wirklich ein Rezept. Gerade jetzt in der Mega-Krise muss man feststellen, dass die Schwerfälligkeit Europas ein ganz schwerer Nachteil ist.
Als die D-Mark durch den Euro abgelöst wurde, war ich 37 Jahre alt, und ich kann mich erinnern, dass ich alles andere als begeistert darüber war. Alle Experten erzählen uns, dass wir wahnsinnig von dem Euro profitiert haben. Erst einmal ging es uns vor dem Euro, ich kann nur von mir persönlich sprechen, auch vom Gefühl her nicht schlechter. Im Gegenteil, mit der D-Mark war man auf der ganzen Welt willkommen. Wie sich jetzt herausstellt, war das dieser ganze angebliche Vorteil durch den Euro allein mit Schulden finanziert.
Jetzt haben wir die Situation, dass eine solche Horror-Krise Von Ländern gemeistert werden muss, die alle zuerst auf ihre eigenen Interessen schauen. Die Schwerfälligkeit der politischen Entscheidungen war vor der Krise für die normalen Bürger eher nur nervig, jetzt ist sie für die Währung tödlich. Was haben wir: Den Koma-Patienten Griechenland, mit Italien den nächsten Kandidaten für die Intensivstation, von Spanien will man es gar nicht mehr so genau wissen und jetzt geraten vorbildliche Länder wie Österreich, Frankreich, den Niederlande und Finnland ins Visier. Die Zinsen ihrer Staatsanleihen stiegen in Rekordtempo.

Ich war nie ein großartig überzeugter Europäer, ich mag die Länder in Europa und reise gerne dorthin, aber ein vereinigtes Europa oder gar die Vereinigten Staaten von Europa sind eher Politikerkonstrukte, als dass das jemals Realität werden könnte. So etwas wichtiges wie eine gemeinsame Währung funktioniert ganz offenkundig nicht. Die wirtschaftlichen Unterschiede der verschiedenen EU-Länder sind schlichtweg zu groß. Genauso verhält es sich meiner Meinung nach mit den Unterschieden in Mentalität und politischen Anschauungen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine überwältigende Mehrheit in der europäischen Gesamtbevölkerung genauso gesehen wird. Die Frage ist, wo wird das alles enden? Keiner kann das sagen, aber die Gesamtstimmung wird zunehmend mieser.

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Es sieht ganz danach aus, als ob Frau Merkel’s Kanzlerschaft ganz eng mit dieser existenziellen Krise historisch verbunden bleiben wird. Und sie sieht nicht wirklich gut dabei aus, aber diese Krise wird den größten Raum in den Geschichtsbüchern über sie einnehmen.

 

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