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Die Windows Systemwiederherstellung – nützlich, aber keine Lebensversicherung

15.09.09 (PC Probleme)

Seit Windows ME hat Microsoft mit der Systemwiederherstellung eine nützliche Funktion in seine Betriebssysteme eingebaut. Manche PC-Nutzer wissen gar nichts von deren Existenz, andere denken, es wäre das Gleiche wie eine Datensicherung. Ich beschreibe hier die Funktion aber auch die Grenzen der Systemwiederherstellung.

Um die Systemwiederherstellung nutzen zu können, muss sie aktiviert sein. Windows setzt sie von Haus aus auf „Aktiv. Bei Windows XP sind die Einstellungen in den Systemeigenschaften (Arbeitsplatz > rechte Maustaste > Eigenschaften > Systemwiederherstellung) zu finden, bei Vista ist es in den erweiterten Systemeinstellungen (Computer > rechte Maustaste > Eigenschaften > erweiterte Eigenschaften > Systemwiederherstellung).

Das Ganze sieht so aus:
systemwiederherstellung

Gestartet wird die Systemwiederherstellung sowohl bei XP als auch bei Vista über Start > Alle Programme > Zubehör > Systemprogramme > Systemwiederherstellung. Was wird eigentlich ausgeführt? Die Systemwiederherstellung erstellt in Abständen automatisch und bei großen Softwareinstallationen und Windows Updates Wiederherstellungspunkte, in denen jeweils ein Schnappschuss der Registrierdatenbank von Windows und Systemkonfiguration gespeichert wird. Persönliche Daten werden von der Systemwiederherstellung nicht gespeichert, also auch nicht durch ein Zurücksetzen gelöscht. Nur Programme, die nach einem Sicherungspunkt installiert wurden, werden nach einer Zurücksetzung nicht mehr funktionieren.
Ich rate dringend dazu, die Systemwiederherstellung aktiviert zu lassen, denn sie kann einem unter Umständen eine Neu-Installation von Windows selbst ersparen.

In welchen Fällen hat mir dieses Feature von Microsoft geholfen?


Ein Klassiker ist die Fehlermeldung gleich nach dem Einschalten des PC’s: „Die Datei c:\windows\system32\config\system ist fehlerhaft oder beschädigt“. Mit dieser Fehlermeldung und darunter stehenden Tipp von Microsoft habe ich mich schon mal beschäftigt.

Wenn Windows selbst nicht mehr startet, auch nicht im abgesicherten Modus, kann man natürlich die Systemwiederherstellung selbst auch nicht mehr starten. Aber man kann die Wiederherstellungspunkte verwenden. Die werden im Ordner „System Volume Information“ gespeichert, den man im laufenden Windows aus Sicherheitsgründen nicht öffnen kann, ausser, man übernimmt den Besitz des Ordners, aber das bringt nichts. Wenn Windows noch läuft, kann man gleich die Systemwiederherstellung starten. Jedenfalls gibt es diverse Möglichkeiten, an diese Sicherungspunkte heranzukommen. Man benötigt bei Windows XP ein bootfähiges Medium, also Boot-CD oder einen bootfähigen USB-Stick. Man kann auch mit der originalen Windows XP-CD booten, allerdings ist das Wiederherstellen damit relativ kompliziert bzw. unkomfortabel. Ich verwende in einem solchen Fall eine Bart PE-CD, ein Live Windows XP, das komplett von CD bzw. Stick bootet. Das ist ein ganz normales Windows mit Maussteuerung und Dateimanager.

Bei Vista ist es mittlerweile besser gelöst, man benötigt nicht mehr eine spezielle CD, sondern bootet mit der original Vista-DVD und ruft die Reparaturoptionen auf. Dort gibt es auch den Punkt „Systemwiederherstellung“ mit der man unkompliziert einen Punkt auswählen kann.

Sehr hilfreich ist die Systemwiederherstellung, wenn eine Software-Installation oder ein Update nicht korrekt abgeschlossen wurde und der Rechner nicht mehr ordnungsgemäß arbeitet. Das passiert öfter nach der Installation einer Security-Suite bzw. nach einem fehlgeschlagenen Update davon. Kann man Windows zumindest noch im abgesicherten Modus starten, hat man die Möglichkeit, die Systemwiederherstellung aus dem laufenden Windows zu starten. Ich hatte Kunden, deren Netzwerkverbindung plötzlich nicht mehr funktionierte, am Telefon geraten, es mit der Systemwiederherstellung zu probieren, was in den meisten Fällen auch geklappt hatte.

In welchen Fällen hat die Systemwiederherstellung keinen Sinn?

Bei schwerer Virenversuchung, durch die Funktion der Systemwiederherstellung unbrauchbar gemacht wird.
Bei Dateisystemfehlern
Bei defekten Festplatten
Bei gelöschten Daten

Also, bitte nicht verwechseln: Die Systemwiederherstellung macht kein Backup der persönlichen Daten. Deshalb muss man wichtige Daten auf ein zweites unabhängiges Medium (am besten eine externe Festplatte) sichern.

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