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Der Bundestagswahlkampf hat begonnen – eine Beurteilung der ersten Plakate in Berlin

11.08.09 (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft)

Am Wochenende wurden die ersten Wahlplakate zur Bundestagswahl am 27. September 2009 aufgestellt bzw. an Laternenmasten angebracht. Ich habe heute in Berlin in den Bezirken Reinickendorf, Prenzlauer Berg, Mitte und Friedrichshain einige fotografiert. Wenn man bedenkt, was diese Plakataktionen bei jeder Wahl so kosten und wenn man weiter bedenkt, dass wir das alles und noch dazu die Leute, die dafür verantwortlich sind, selbst bezahlen, bekommt man einfach schlechte Laune. Es ist teilweise unbeschreiblich, was uns die Parteien da vorsetzen. Aber seht selbst….

Der Bericht hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, eine absichtliche Gewichtung fand auch nicht statt, es ist bloß ein Eindruck auf einer Fahrt durch Berlin. Sollten abschreckende Beispiele fehlen, so liegt daran, dass ich sie noch nicht gesehen habe. Für Hinweise bin ich dankbar, auch weil ich hier weiter über die Wahl aus meiner Sicht schreiben möchte.

Fangen wir also mal mit der CDU an:

Steffel

Frank Steffel war mal vor Jahren Kandidat der CDU für den regierenden Bürgermeister (= Ministerpräsident in Flächenländern) von Berlin und die Hauptstadtpresse hat ihn einige Zeit lang in völliger geistiger Umnachtung „Kennedy von Berlin“ genannt. Die politische Aussage ist natürlich gleich Null, aber viel interessanter ist die Frage: Was macht Herr Steffel mit seinem armen Kinn? Er zwickt es förmlich zwischen Mittel- und Zeigefinger ein. Soll wohl „zuhörend“ aussehen, ist aber nicht ganz gelungen.

Gottfried Ludewig von der CDU lässt den Wähler nicht im Unklaren, denn er hat

CDU_4

Auch hier wieder Informationsgehalt oder politische Aussage gleich Null, warum lässt es man dann eigentlich nicht bleiben mit den Plakaten?

Irgendwie missverständlich ist der Spruch auf dem Plakat von Dr. Christian Burholt.

CDU_3

„Ihre Stimme für unsere Zukunft“? Ich fasse das eher so auf: Ihre Stimme für die Zukunft von uns Politikern. Es gibt auch einen Blog auf seiner Webseite, der letzte Eintrag ist allerdings vom 25.06.09 (Stand heute, 11.08.09), auch nicht so toll.

Die CDU hat noch mehr in petto: Hier ein Spruch, mit dem man seine Schwierigkeiten hat, wenn man an die Staatsverschuldung und die irrsinnigen Rettungsaktionen wie bei der Hypo Real Estate denkt.

CDU_1

Und zum Schluss eine weitere Nullnummer hinsichtlich Aussage oder Festlegung:

CDU_2

Natürlich darf jetzt nicht die CDU-Abgeordnete Vera Lengsfeld und ihre Dekolleté-Affäre fehlen. Ich habe das Plakat selbst noch nicht entdeckt, aber hier ist der Spiegel-Artikel darüber. Heute feiert sie natürlich über die vielen Besucher auf ihrem Blog ab, aber es sei ihr auch gegönnt. Wahrscheinlich hat man sich genau die Aufmerksamkeit erhofft.

Jetzt kommen wir zur SPD, die sich meinem Eindruck nach mit Plakaten noch zurückhält. Deshalb auch nur 2 Beispiele:

Ich kenne zwar Frau Dr. Eva Högl nicht, aber das Foto ist echt unvorteilhaft. Sie sieht darauf aus wie ihre eigene Wachsfigur. Dabei gibt es wesentlich bessere Fotos auf ihrer Webseite. Auch hier gibt es einen Blog, der letzte Eintrag ist vom 31.07.09. Schon besser als Kollege Burholt von oben.

Hier ist das erste Plakat, was mich wirklich angesprochen hat. Es kommt vom SPD-Kandidaten Björn Böhning. Hier gibt es konkrete Aussagen und das verfremdete Foto wirkt sympathisch. Aus dem fahrenden Auto kann man da nicht viel lesen oder erkennen, wenn man sich es aber mal im Vorbeigehen durchgelesen hat, bleibt was hängen.

boehning_1

Auf seiner Seite gibt es auch sowas wie einen Blog, ich habe die Navigation ehrlich gesagt nicht ganz geblickt, aber der letzte Eintrag ist vom 10.08.09. Na also, geht doch.

Von den Grünen habe ich bisher nur die Plakate von Christian Ströbele wahrgenommen. Diese Umsetzung finde ich gelungen, es sind ein paar klare Statements drin und es ist ein Hingucker.

Stroebele_2

Allerdings, Herr Ströbele kann auch anders. Bitteschön:

Stroebele_1

Es hat nichts mit dem Thema Wahlplakate zu tun, aber auf der Webseite steht ein interessantes Detail, was ich Euch nicht vorenthalten möchte. Es gibt eine Rubrik namens „Was verdient Hans-Christian Ströbele?“ und von dort zitiere ich einen Absatz:

Andere Einnahmen aus Tätigkeiten hatte Christian Ströbele aus Tantiemen und Teilnahme an Veranstaltungen. Die Tantiemen wurden gezahlt im Jahr 2003 für den Song einmalig „Gebt das Hanf frei“ ( 18.938 Euro – ausgezahlt erst 2003 nicht wie bisher angegeben 2002) und anteilig für Rechte aus der Rundfunkreportage seines Onkels Herbert Zimmermann von dem Fußball-WM-Endspiel 1954. Die Tantiemen daraus betrugen im Jahr 2006 6828 Euro.

In den Jahren 2002 waren es insgesamt 4.250 Euro, 2003 20.008 Euro, 2004 3.661 Euro und im Jahr 2005 1.350 Euro.

Die Linke schreibt konkrete Forderungen auf ihre Plakate, das ist schon mal gut. Auch wenn man das Gefühl hat, das alles schon oft gelesen zu haben.

Linke

Allerdings habe ich heute auch ein anderes Plakat von den Linken gesehen, das Gregor Gysi lächelnd zeigt mit dem Spruch: „Reichtum für alle“. Ich konnte es leider nicht fotografieren, reich ich aber noch nach. Aber was soll mit damit erreicht werden? Macht er sich über den Wahlkampf und seine Versprechungen lustig oder hat das irgendeinen ernsthaften Hintergrund? Angeblich soll die Idee dazu von ihm selbst stammen. Ist mir irgendwie zu blöd.

Zum Schluss einige Beispiele von der FDP. Hier die erste Kostprobe:

FDP_2

Aaah ja, klar, wir haben bald eine super Konjunktur und die tilgt ganz locker alle Schulden und deshalb können wir jetzt schon versprechen, die Steuern und Abgaben zu senken. Wir alt ist eigentlich der Spruch? Aber halt, die FDP hat ja noch den Slogan aus der Europawahl, der sich so verstaubt anhört.

FDP_1

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