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Datenverlust bei danger.com und T-Mobile in den USA – eigentlich unfassbar

13.10.09 (Internet, PC Probleme)

Bei Cloud Computing war ich bisher schon skeptisch, nach dem Datenverlust bei der Microsoft-Tochter danger.com bzw. T-Mobile (USA) werde ich so lange es geht, diese Dienste nicht nutzen. Im vorliegenden Fall geht es um amerikanische Nutzer des Mobiltelefons „Sidekick“, denen durch den Datenverlust alle Termine, Kontakte, Telefonnummern, Fotos, Notizen und E-Mails wahrscheinlich unwiederbringlich verloren gegangen sind.


Das Unfassbare an der Geschichte ist, dass der GAU durch eine Migration (Umzug) auf einen anderen Server passiert ist und es keine Backups gab. So, wie ich es verstanden habe, wurden generell keine Backups gemacht, was für sich schon unglaublich ist. Dabei ist einer der Vorteile von Cloud Computing die Datensicherheit, da die Daten mehrfach auf etlichen Rechnern verteilt sind und so nie in Gänze verloren gehen können. Fairerweise muss man dazu sagen, dass danger.com eben nicht auf wirkliches Cloud Computing gesetzt hat, sondern mit einfachem Filehosting auf eigenen Servern arbeitet. Und genau deshalb ist eine zuverlässige Datensicherung noch wichtiger. Für mich wäre es die absolute Katastrophe, wenn meine Kontakte und Termine auf Nimmerwiedersehen in den Orkus wandern würden. T-Mobile entschuldigt sich bereits bei den amerikanischen Kunden, hier eine etwas holprige Übersetzung der Webseite.

Bevor ich bei einem Kunden einen erheblichen Eingriff ins System vornehme, weise ich immer auf die Notwendigkeit einer vorherigen Datensicherung hin.

Generell arbeite ich überhaupt nicht mit Anwendungen, die irgendwo online meine Daten speichern und ich keinerlei Kontrollmöglichkeit habe, was damit alles passiert. Das ist auch der Grund, warum ich mir kein Google-Handy zulege. Die Synchronisation zwischen Handy und PC erfolgt ausschließlich online über Google, somit sind alle meine Kontakt- und Termindaten auch bei Google. Ich benutze auch nicht so etwas wie eine Online-Festplatte oder Google Docs. Ich sehe für mich persönlich auch keine Vorteile, alles online zur Verfügung zu haben. Es wird argumentiert, dass man von überall auf der Welt an seine Dokumente, Termine usw. rankommt. Ich habe mein Notebook immer dabei und damit auch alle meine wichtigen Daten, die natürlich zu Hause auf 2 Platten gesichert sind. Falls man auf einen öffentlichen PC (Internetcafé, Uni, Flughafen) angewiesen ist, hat man eine weitere Schwachstelle eröffnet: Wissen Sie, was der nette Internetcafé-Betreiber alles so mit protokolliert, was über seine PC’s läuft? Ich will nicht bestreiten, dass es etliche Leute gibt, die diese Art von Datenspeicherung und -bearbeitung benutzen, auch für Unternehmen ist das sicher interessant, aber für die Masse an Privatnutzern ist das eher nichts. Oder wer geht ernsthaft mit dem Handy online auf Google Docs und bearbeitet eine Tabellenkalkulation?

Den jetzigen Daten-GAU kann man nicht unbedingt als vertrauensbildende Maßnahme bezeichnen. Es wird schon spekuliert, dass auf danger.com und T-Mobile eine Flut von Schadensersatzklagen zukommt. Fände ich nur gerecht, wenn die jetzt bluten müssen. Übrigens, danger.com? Würde in Deutschland Gefahr.de heissen. Hört sich schon mal komisch an.

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