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Das Flugverbot in Europa – keiner will die Verantwortung tragen

19.04.10 (Politik, Wirtschaft und Gesellschaft)

Nachdem uns allen jetzt der Name des Vulkans auf Island bekannt ist, Eyjafjallajökull (ich kann ihn immer noch nicht aussprechen), der die Asche ausspuckt, die jetzt über Europa hängt, belesene Leute sogar den Namen des Nachbarvulkans (Katla) kennen, der bald auch ausbrechen soll, gibt es jetzt einen Riesen Streit über das Flugverbot. Es ist schon etwas seltsam, dass ganz Europa sich mehrere Tage nur auf eine Computersimulation von dem „London Volcanic Ash Advisory Centre“ verlässt und den gesamten Flugverkehr sperrt. Ich habe auch ein gewisses Verständnis für die Airlines, die Situation ist der reinste Horror. Aber wer will letztendlich die Verantwortung übernehmen, wenn der Luftraum wieder frei gegeben wird und dann passiert doch etwas.

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Die Bundesregierung ist bei mir wirklich nicht sonderlich beliebt, aber diesmal kann ich ihre Haltung befürworten. Klar, ich kann leicht reden, ich bin überhaupt nicht betroffen. Weder erwarte ich jemanden, noch muss ich selbst wegfliegen. Die Situation von Hunderttausenden von Reisenden und auch der Kanzlerin, ist extrem unangenehm, dennoch, ich bin für eine harte Haltung, wenn nicht wirklich sicher ist, dass von der Asche keine Gefahr mehr ausgeht. Die Airlines kotzen richtiggehend, aber was macht Herr Mayrhuber (Vorstandsvorsitzender der Lufthansa), wenn dann wirklich eines oder mehrere seiner Flugzeuge abstürzt?

Komisch ist es dennoch, so strikt ist das Verbot dann doch nicht. Gestern und heute gab es sogar vereinzelte Passagierflüge und etliche Testflüge. Wie kann man diese Korridore so genau bestimmen? Ändert sich das nicht ständig? Bin kein Experte, aber von den Airlines habe ich auch noch keine überzeugenden Argumente gehört. Dass einige Testflüge der Lufthansa ohne Probleme verlaufen sind, sagt doch in Wirklichkeit gar nichts. Und Air-Berlin-Chef Hunold hat sich als absoluter Laie mit dem Spruch geoutet, man hätte schon längst Wetterballons aufsteigen lassen können. Der Sprecher des deutschen Wetterdienstes DWD meinte dazu, dafür bräuchte man ganz spezielle Ballons, die nur von einer Stelle in Bayern gestartet werden, also für Messungen der Aschewolke gänzlich ungeeignet seien. Einen musst der Sprecher Herrn Hunold noch mitgeben, mit der Äußerung: „Man hätte genauso gut einen Kinderballon aufsteigen lassen können“.

Hier ein Satellitenbild von Europa mit der Aschewolke und die original Erklärung vom

„Üblicherweise verdünnt sich Vulkanasche und Staub aus Höhen bis etwa 10 Kilometern über Grund recht schnell und sedimentiert dann innerhalb weniger Tage oder Wochen. Zum Teil wird der Staub auch durch Niederschläge ausgewaschen. Die Strömung der Winde in der Höhe bleibt zunächst zwar weiterhin auf Zentraleuropa gerichtet. Entscheidend wird jedoch sein, ob der Vulkan in den nächsten Tagen erneut größere Mengen an Asche und Staub freisetzt oder zur Ruhe kommt.

Auf den hier angebotenen Farbkomposit-Satellitenbildern erscheinen Gebiete hoher Vulkanaschekonzentration in mehr oder weniger deutlichen Orange-Tönen. Vulkanasche kann allerdings auch außerhalb der orangefarbenen Flächen vorhanden sein. Die Nutzung der Bilder und der Texte ist für die Medien freigegeben.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand des DWD wird die Vulkanasche aufgrund der ständigen starken Verdünnung in den höheren Luftschichten keinen nennenswerten Einfluss auf das aktuelle Wettergeschehen haben. Ebenso wenig werden langfristige Auswirkungen auf unser Klima erwartet.

Von unten ist die Staubwolke wenn überhaupt nur bei klarem Himmel durch eine leichte Trübung zu erkennen. Möglicherweise zeigt sich die Anwesenheit der Partikel in der Atmosphäre auch durch besonders farbige Sonnenuntergänge. Abgesehen von der Flugsicherheit geht am Boden von der Vulkanasche – soweit bekannt – keine weitere Gefahr aus.“

Ich glaube in diesem Fall, dass die Bundesregierung richtig liegt und sie sind ja auch nicht allein in Europa. Wenn man jetzt sagen würde, jede Airline und jeder Passagier fliegt auf eigene Verantwortung, ich würde keinen Flieger besteigen, solange nicht wirklich Klarheit besteht.

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