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„Autoscheibenputzer“ in Berlin – es geht auch sympathisch

22.12.09 (Allgemein, Berlin)

Sie gibt es, glaube ich, in jeder deutschen Großstadt: Leute, die an roten Ampeln den wartenden Autofahrern anbieten, ihre Scheiben zu reinigen. Dafür wird dann auch ein Obulus erwartet. Sie sind meist professionell ausgerüstet mit sauberen Wasser und Profi-Putzwerkzeugen. Hier in Berlin haben das lange Zeit Punks und sonstige Figuren, die zumindest kein „normales“ Leben führen, gemacht. Zwischenzeitlich haben sich aber auch andere Gruppierungen an dem „Geschäft“ in Berlin beteiligt.

Ich meine in erster Linie Leute rumänischer Herkunft, die teils mit der ganzen Familie an den roten Ampeln auf Kundenfang gehen. Soweit so gut. Das Problem ist: Wenn man als Autofahrer nicht möchte, dass die Scheiben gereinigt werden, wird dies von den Rumänen geflissentlich ignoriert. Da werden mit dem nassen Schwamm Smileys auf die Frontscheibe gemalt und dazu bitte, bitte gemacht. Teilweise wird dann ohne Abwarten auf eine Zustimmung die ganze Scheibe so lala gereinigt und fordernd die Hand ausgestreckt. Ich habe Situationen erlebt, in denen die Scheibenputzer so aggressiv wurden, dass Autofahrer ausgestiegen sind und die Leute wegstoßen mussten. Erst dann lenkten die Scheibenputzer ein.

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Grundsätzlich habe ich nicht gegen diese Art des Broterwerbs. Warum nicht, ich war auch schon froh, dass man mir meine Scheibe an der Ampel gereinigt hat. Dafür zahle ich auch gerne, ist immerhin eine Leistung, die ich in Anspruch nehme. Es wird bloß problematisch, wenn das Ganze in Aggressive abgleitet und einfach unsympathisch rüberkommt. Wenn man mehr oder weniger genötigt wird, die Scheibe reinigen zu lassen. Komischerweise sind diese rumänischen Gruppen fast ganz verschwunden, vielleicht liegt es auch derzeit am Wetter. In Berlin Kreuzberg hingegen gibt es eine Kreuzung, die schon immer von Punks und Straßenkindern putzerisch „betreut“ wird. Kreuzung Gneisenaustr. – Mehringdamm. Dort bin ich heute vorbeigefahren und an der Ampel muss man sich immer anstellen, der Mehringdamm ist eine Hauptverkehrsstraße, die fast immer lebhaft befahren ist. 3 Punks oder wie man sie auch immer bezeichnen mag wanderten mit hoch gestreckten Wischern durch die Autoreihen, nahmen Blickkontakt mit den Fahrern auf und gingen bei abwehrenden Gesten direkt weiter. Als bei mir einer vorbeiging, bat ich ihn, meine arg verdreckte Heckscheibe zu reinigen. Er nur: „Alles klar“, reinigte die Scheibe wirklich akkurat und in dem Moment, als mein Vordermann anfuhr, sprang er zu mir vor und ich drückte ihm für den schnellen Service einen Euro in die Hand. Die ganze Aktion war einfach okay, der Typ war unaufdringlich, sehr nett und schnell. Klar kassieren die meisten Hartz 4, aber wer will sowas wirklich besteuern? Immerhin machen die Leute etwas und meine Sache wäre es nicht unbedingt, stundenlang mit teils nassen Klamotten in der Kälte zu stehen. Jedenfalls geht es auch anders, wer mal in Berlin eine Scheibenreinigung auf schnell braucht und in Kreuzberg unterwegs ist, der sollte auf dem Mehringdamm stadtauswärts an die Ampel der Kreuzung Mehringdamm – Gneisenaustr. fahren:


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