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Acer Aspire 3000 – Problemlösung nahe an der Verzweiflung

31.10.09 (PC Probleme)

Ein Auftrag, wie er immer wieder vorkommt. Man verzweifelt, weil man den Fehler nicht finden kann. Eine Kundin brachte mir ihren Laptop Acer Aspire 3000, dessen Windows XP irreparabel beschädigt war. Es lies sich nicht starten, ein Zurücksetzung auf einen früheren Wiederherstellungspunkt brachte auch keine Besserung. Also, das übliche Procedere: Daten sichern, dann erst mal Hardware testen.

Aller Erfahrung bringt es meistens nichts, bei so einem beschädigten Windows-System eine Reparaturinstallation zu versuchen, deshalb bin ich eher ein Verfechter der sauberen Lösung einer Neu-Installation von Windows, natürlich immer mit vorheriger Sicherung der Daten.

Also, ich sicherte die Daten von dem Acer, testete zuerst die Festplatte mit dem entsprechenden Tool – alle Testtools gibt es auf der Ultimate Boot CD – und danach den Arbeitsspeicher mit Memtest 86, beides ohne Fehler. Okay, dann Festplatte neu partitioniert und Windows XP installiert. Alles bestens und unauffällig. Danach die fehlenden Windows Update Packs installiert und alle Gerätetreiber. Bevor ich online ging, kam noch ein Antivirus-Programm und das E-Mailprogramm Thunderbird drauf. Windows wurde online aktiviert, letzte Aktualisierungen gemacht, alles lief so, wie es soll. Zum Schluss habe ich die Daten zurück gespielt, die Thunderbird Mails, Konten und Kontakte importiert. Alles wunderbar, die Kundin kam, um den Rechner abzuholen. Ich startete ihn nochmal kurz nur mit dem Akku und nachdem Windows gestartet war, hakte der Mauszeiger und es konnten keinerlei Programme gestartet werden. Ich war etwas fassungslos, da ich das zu m ersten Mal bei diesem Rechner erlebt hatte. Und es wurde noch seltsamer, denn ich startete den Rechner neu und dann ging er plötzlich. Um ganz sicher zu gehen, fuhr ich ihn nochmals runter und startete ihn erneut. Da kam der Fehler wieder. Ich entschuldigte mich bei der Kundin tausend mal und sagte ihr, ich muss mir den Rechner nochmals genau vornehmen. Sie reagierte Gott sei Dank sehr gelassen und war eher froh, dass der Fehler festgestellt wurde, bevor sie den Rechner mit nach Hause genommen hat.


Also gut, ich vermutete anfangs, dass eines der letzten Updates mit dem Fehler zusammenhängt. Also habe ich den Rechner im abgesicherten Modus hochgefahren, indem ich vor dem Windows-Start die F8-Taste drückte. Im folgenden Auswahlmenu kann man dann den abgesicherten Modus anwählen. Funktioniert übrigens bei allen Windows-Versionen. Im abgesicherten Modus habe ich mithilfe der Systemwiederherstellung auf den Zeitpunkt vor den letzten Updates gesetzt und siehe da, Windows funktionierte wieder. Aber zu früh gefreut, schon beim nächsten Neustart erschien das gleiche Problem. Nun war ich soweit, dass ich nicht mehr an einen Software-Fehler glaubte, da musste was an der Hardware fehlerhaft sein.

Ich erinnerte mich jetzt, dass die Kundin erwähnte, dass sie vor einigen Monaten einen neuen Akku gekauft hätte. Das Netzteil war auch nicht original. Also habe die beiden Teile mal genauer unter die Lupe genommen. Das Netzteil hatte leicht abweichende Werte bei der Spannung und der Stromstärke, aber noch im Toleranzbereich. Der Akku aber, obwohl aussehend wie ein Original Acer-Akku hatte extrem unterschiedliche Werte, die Spannung war höher und die Stromstärke war niedriger, als das, was das Notebook benötigt. Ich nahm den Akku raus, startete das Notebook nur mit Strom und siehe da, der Fehler war weg. Und zwar dauerhaft. Das Fiese an der Geschichte war, dass der mysteriöse Fehler mit eingebauten Akku immer kam, d.h. mit oder ohne Stromanschluss.

Man kann jetzt sagen, da hätte man früher draufkommen müssen, aber die Kundin hatte komischerweise dieses Problem nach dem Kauf des Akkus nicht, deshalb habe ich nicht daran gedacht. Die Kundin berichtete mir dann noch, dass sie den Akku online gekauft hatte und der Verkäufer ihr mitgeteilt hätte, dass der Akku schon passt, und das für den Preis von 99,00€. Ich riet ihr, den Akku umzutauschen oder das Geld zurück zu verlangen.



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