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Ungewöhnlicher Auftrag: Anwalt in Berlin zieht an einem Abend komplett um

25.03.09 (Allgemein)

Einer meiner Kunden ist ein Rechtsanwalt in Berlin. Die Kanzlei, schön gelegen in Berlin-Mitte, besteht aus dem Anwalt, einer Anwältin als freie Mitarbeiterin und einer Rechtsanwaltsgehilfin für das Sekretariat. Ein Kollege und ich hatten bei Bezug des Büros die Computer miteinander vernetzt, einen weiteren PC als Dateiablage und Ken! (für die gemeinsame Nutzung von Outlook) eingerichtet, Netzwerkdrucker und Fax/Telefon eingerichtet. Zwischendurch gab es immer wieder Bedarf nach Support, mal konnte das per Fernwartung gelöst werden, mal musste ich hin.

Nun erreichte mich am letzten Freitag ein Anruf von dem Anwalt, dass seine freie Mitarbeiterin gekündigt hatte (sie möchte sich als Anwältin selbständig machen) und er sich massiv Sorgen macht, dass sie wichtige Akten und Daten (vor allem Mandantendaten) übers Wochenende mitnehmen könnte. Also hat er geplant, dass er am darauf folgenden Samstagabend um 21.00 Uhr alles außer den Möbeln aus dem Büro räumen und in das neue ohnehin bereits angemietete und möblierte Büro in einer noch schöneren Lage in Berlin ziehen möchte. Er fragte mich, ob ich die Computeranlage „umziehen“ und sie in dem neuen Büro bis Montag wieder funktionsfähig aufbauen könne. Okay, ich habe zugesagt, aber ich hatte am nächsten Tag Geburtstag und nicht vor, den in der Kanzlei zu verbringen. Deshalb musste am Samstag abend alles fertig sein. Zugegeben, das ist wirklich keine hochkomplizierte Konfiguration und es ist alles recht übersichtlich. Aber ich war noch nie vorher in dem Büro, wusste also gar nichts von den technischen und baulichen Voraussetzungen (gibt es Netzwerkdosen? Internetzugang? Serverraum? usw.). Also gut, ich war um 21.00 Uhr im alten Büro und ich muss sagen, ich war beeindruckt. Der Anwalt hatte tatsächlich 15 Leute organisiert, die ihm am Samstagabend beim Umzug halfen, ich glaube sogar unentgeltlich. Ich allerdings habe meinen Aufwand berechnet. Es war aber schon vorher geklärt worden, dass ich nichts schleppe, nur für den Ab- und Aufbau der IT sorgen musste. Es lief alles sehr gut, die Jungs waren schnell und ich konnte ungestört die Rechner und alles andere abbauen und zusammenpacken. Da ich als Erster nach eineinhalb Stunden fertig war, bat mich der Anwalt, schon mal voraus zu fahren und ein Teil der IT in meinem Auto zu transportieren. Das machte ich dann auch und sah mich in dem neuen Büro um. Das Erste, was ich feststellte, war, dass es zwar Bodencontainer gab, dort aber nur Stromanschlüsse vorhanden waren, keine Netzwerkdosen. Ganz schlecht, hat mich auch wirklich gewundert, ist nämlich ein ziemlich neues und repräsentatives Gebäude. Okay, dann habe ich aber mit Freude festgestellt, dass eine aktive FritzBox da ist, die auch noch eine aktive Internetverbindung mit dem Provider von der vorherigen Firma hatte. Dann kamen schon die Jungs mit LKW und ich konnte loslegen. Ich baute nur den PC für den Anwalt und für die Anwaltsgehilfin auf, den Dateiablagerechner konnte ich nicht ins Netz bringen, der PC von der ehemaligen Freien Mitarbeiterin wurde vorerst nicht gebraucht. Den PC für die Anwaltsgehilfin konnte ich per Kabel lose mit der FritzBox verbinden, der PC des Anwalts stand ein Raum weiter und keine Möglichkeit, ihn per Kabel mit der FritzBox zu verbinden. Gott sei Dank habe ich immer einen Fritz! WLan-USB-Stick dabei. Den habe ich bei dem Anwalts-PC installiert und an der FritzBox das WLan konfiguriert und mit WPA2 abgesichert. Jetzt konnte ich beide PC’s miteinander vernetzen. Was nicht ging, war der Austausch von Outlookdaten, weil der Ken! Server nicht lief. Den Ordner mit allen Akten und Schreiben habe ich auf den PC der Anwaltsgehilfin gelegt und für den Anwalt frei gegeben. Dann kam noch das Problem des Netzwerkdruckers. Die dort vorhandene FritzBox war eine Sparausführung von 1&1 und hatte nur einen Kabel-Netzwerkanschluss und da hing schon ein PC dran. Aber ich hatte ja noch die FritzBox aus dem geräumten Büro, also die als Switch konfiguriert und diese mit der anderen FritzBox, PC und Netzwerkdrucker verbunden. Hat wunderbar geklappt und die Verbindungen sind stabil. Das Telefon konnte von Vodafone rechtzeitig umgestellt werden, dass Anrufe und Faxe unter den bekannten Nummern alle im neuen Büro ankommen, fand ich auch nicht schlecht von Vodafone. So konnten gleich die vor Ort angeschlossenen Telefone benutzt werden. Jedenfalls waren wir um 1.00 Uhr fertig, also echt nur 4 Stunden und es waren eine Menge Kartons mit Akten und Kleinkram. Natürlich ist das alles sehr provisorisch, es ging vor allem darum, am Montag arbeitsfähig zu sein. So ist momentan auch keine Sicherung eingerichtet, weder auf Band noch auf Festplatte, das muss ich noch einrichten.

Es war ein erfolgreicher Abend und der Anwalt und seine Frau hatten um 12.00 Uhr sogar noch Champagner kredenzt und wir haben auf meinen Geburtstag angestoßen. Fand ich eine schöne Geste.

Normalerweise verlange ich für Einsätze zu so später Zeit das Doppelte meines Satzes, aber der Anwalt ist ein guter und treuer Kunde und wir duzen uns mittlerweile. Deshalb blieb es bei dem einfachen Satz.

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